Gemütlich zu Hause sitzen, vielleicht mit einer Tasse heißer Schokolade, eine warme Decke, ein Feuer im Kamin, während wir sehnlichst auf den Sommer warten – da fehlen doch nur ein paar wirklich gruselig-schaurige Geistergeschichten, die so wirklich passiert sind.

Da es sich um echte Erlebnisse aus der Kirchengeschichte handelt, möchten wir euch warnen. Wenn euch bei so etwas unheimlich wird, lest nicht weiter. Nicht jeder verträgt solche Geschichten.

Joseph Smith hat einmal gesagt: „Je näher jemand dem Herrn kommt, desto größer die Macht, die der Widersacher aufbringt, um zu verhindern, dass [der Herr] seine Ziele erfüllt.”

Jawohl, Satan und seine Gefährten existieren, aber auch Gott und seine Engel; und Gottes Team ist stärker als das des Satans. Natürlich möchte niemand so etwas erleben, aber wenn sich die Mächte der Dunkelheit gegen einen vereinen, bedeutet das wahrscheinlich, dass man etwas richtig macht … Außer man ist Sidney Rigdon im Jahr 1831 (mehr dazu in der letzten Geschichte) … da war es nur das Ergebnis richtig schlechter Entscheidungen. Tut das nicht.

Hier nun die fünf Geistergeschichten.

1 Eine Legion Dämonen

1888 veröffentlichte Orson F. Whitney ein Buch über Heber C. Kimball (Life of Heber C. Kimball: an apostle: the father and founder of the British Mission). Mit dieser Geistergeschichte möchten wir anfangen. Whitney (Kimballs Enkel) schreibt aus der Sicht von Heber C. Kimball. [Zeichensetzung korrigiert, Rechtschreibung angepasst.]

„Samstagabend”, so Heber C. Kimball, „kamen wir überein, dass ich am nächsten Tag im Fluss Ribble, der durch Preston fließt, taufen sollte.

Zu diesem Zeitpunkt fing der Widersacher der Seelen an zu toben, und er war fest entschlossen uns zu zerstören, bevor wir das Königreich Gottes in diesem Land errichtet hätten; und am nächsten Morgen wurde ich Zeuge satanischer Macht und Einflusses, wie ich es niemals vergessen werde.

Zu sehen ist ein Portrait von Isaac Russell, der bei der ersten der Geistergeschichten dabei war.

Portrait von Isaac Russell

Am Sonntag, den 30. Juli, zu Tagesanbruch, kam Elder Isaac Russell (der am Obelisken auf dem Preston-Platz an jenem Tag predigen sollte), der mit Elder Richards in der Wilfred Street übernachtet hatte, in den dritten Stock, wo Elder Hyde und ich schliefen, und rief: ,Bruder Kimball, ich möchte, dass Sie aufstehen und für mich beten, damit ich von den bösen Geistern befreit werde, die mich so sehr quälen, dass ich das Gefühl habe, nicht lange mehr leben zu können, sollte ich nicht Erleichterung bekommen.’ … Ich stand sofort auf … und ging zu ihm. Elder Hyde schwang die Beine aus dem Bett und setzte sich auf und wir legten ihm die Hände auf; ich sprach und bat, dass der Herr Erbarmen mit ihm habe und wies den Teufel in seine Grenzen.

Während wir das taten, wurde ich von einer unsichtbaren Macht geschlagen und fiel bewusstlos zu Boden. Das erste, an was ich mich erinnere, waren Elder Hyde and Elder Richards, die mich stützten und für mich beteten; Elder Richards war Russell zu meinem Zimmer gefolgt. Elder Hyde und Elder Richards halfen mir dabei, mich aufs Bett zu legen; aber meine Pein war so groß, dass ich es nicht ertragen konnte; ich stand auf, kniete mich nieder und betete. Ich erhob mich und setzte mich auf das Bett, als uns eine Vision eröffnet wurde, und wir konnten deutlich die bösen Geister sehen, die [vor Wut] schäumten und mit den Zähnen knirschten.

Wir bestaunten sie anderthalb Stunden lang (nach Willards Uhr). Wir schauten nicht zum Fenster, sondern zur Wand. Vor uns erschien der Weltraum, und wir sahen die Teufel in Legionen, mit ihren Anführern, nur wenige Fuß von uns entfernt, herankommen. Sie kamen auf uns zu wie Armeen, die in die Schlacht ziehen. Es schien, als wären es Männer von voller Größe, gleich Männern aus Fleisch und Gebein, wütend und verzweifelt; und ich werde niemals die rachsüchtige Bösartigkeit in ihren Gesichtern vergessen, als sie mir in die Augen sahen; und jeder Versuch, die Szene, die sich uns präsentierte, zu beschreiben oder die Bosheit und Feindschaft darzustellen, wäre vergeblich.

Ich schwitzte; meine Kleider waren so nass, als wäre ich aus dem Fluss gezogen worden. Ich hatte starke Schmerzen und war einige Zeit in größter Not. Ich kann nicht einmal ohne Schrecken auf die Szene zurückblicken; aber dadurch lernte ich die Macht des Widersachers kennen, seine Feindschaft gegenüber den Dienern Gottes, und ich erlangte ein gewisses Verständnis für die unsichtbare Welt. Wir haben diese Geister deutlich sprechen und ihren Zorn und höllische Pläne gegen uns kundtun hören. Der Herr hat uns jedoch vor ihnen bewahrt und uns an jenem Tag außerordentlich gesegnet.

2 Das erste Wunder der Kirche

Dieser Bericht stammt aus History of the Church, Band 1. Es ereignete sich kurz nachdem die Kirche 1830 organisiert worden war. Newel Knight, der zu diesem Zeitpunkt kein Mitglied der Kirche war, spielt darin eine Rolle (er wurde kurz nach diesem Erlebnis getauft):

Newel Knight, dessen Portrait hier zu sehen ist, ist der Protagonist der zweiten Geistergeschichten.

„Newel Knight, Sohn von Joseph Knight, war einer derjenigen, die unsere Versammlungen regelmäßig besuchten. Er und ich hatten eine Vielzahl ernsthafter Gespräche über das wichtige Thema ,Errettung’. Es war eine unserer Gewohnheiten, bei solchen Versammlungen häufig zu beten, und Newel hatte gesagt, dass er versuchen würde, das Kreuz Christi auf sich zu nehmen und laut während der Versammlung zu beten; aber als wir wieder zusammentrafen, entschuldigte er sich von der Aufgabe. Ich versuchte mich durchzusetzen, indem ich den Vergleich gebrauchte, dass er, wenn er in ein Schlammloch geraten würde, nicht versuchen würde, wieder heraus zu kommen. Und ich sagte weiter, dass wir bereit wären, ihn aus dem Schlammloch zu befreien. Er erwiderte, dass wenn er wegen Achtlosigkeit in das Schlammloch geraten wäre, er lieber warten würde und sich selbst befreien, als dass andere ihm helfen müssten; und daher würde er warten, bis er selbst in den Wald gehen könne und dort beten. Dementsprechend verschob er das Beten bis zum nächsten Morgen, als er sich in einen Wald zurückzog; dort machte er nach eigenen Angaben mehrere Versuche zu beten, konnte dies aber kaum tun, weil er das Gefühl hatte, dass er seine Pflicht nicht getan hatte, indem er sich geweigert hatte, in Gegenwart anderer zu beten. Er begann sich unwohl zu fühlen und fühlte sich in Geist und Körper immer schlechter, bis sein Zustand so schlecht war, dass seine Frau, als er sein eigenes Haus wieder erreichte, sich sehr beunruhigte. Er bat sie wegzugehen und mich zu ihm zu bringen. Ich ging hin und stellte fest, dass sein Geist sehr litt, und sein Körper wirkte äußerst seltsam; sein Gesicht und seine Glieder waren in jeder möglichen Form und Erscheinung verzerrt und verdreht; und schließlich erhob er sich vom Boden der Wohnung und wurde auf furchterregende Weise umhergeworfen.

Bald erfuhren seine Nachbarn und Verwandten von seiner Situation, und in nur kurzer Zeit fanden sich acht oder neun Erwachsene zusammen, die die Szene beobachteten. Nachdem er so eine Zeitlang gelitten hatte, gelang es mir, ihn an der Hand zu greifen, als er im selben Moment zu mir sprach und mich mit großem Ernst bat, den Teufel aus ihm auszutreiben und sagte, er wisse, dass dieser in ihm sei und er wisse auch, dass ich ihn austreiben könne.

Ich antwortete: „Wenn Sie wissen, dass ich kann, soll es geschehen”, und dann tadelte ich fast unbewusst den Teufel und befahl ihm im Namen Jesu Christi, aus ihm zu weichen; sofort sprach Newel und sagte, dass er gesehen hatte, wie der Teufel ihn verlassen hatte und verschwunden war. Dies war das erste Wunder, das in der Kirche oder von irgendeinem Mitglied der Kirche vollbracht wurde; und es wurde weder vom Menschen noch durch die Macht eines Menschen gewirkt, sondern durch Gott und die Macht der Göttlichkeit; daher stehen Ehre und Lob, Herrschaft und Herrlichkeit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geiste für immer und ewig zu. Amen.”

3 Ein Faustkampf mit Satan

Zu sehen ist Wilford Woodruff, der vierte Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Wilford Woodruff

Folgender Auszug stammt aus dem Tagebuch von Wilford Woodruff. Die Ereignisse trugen sich im Oktober 1840 in London, England, zu.

„Zurückgezogen, um zur Ruhe zu kommen, schlief ich ein und schlief bis Mitternacht, als ich aufwachte und bis 3 Uhr morgens über die Dinge Gottes meditierte; und während ich mich entschied, die Menschen in London zu warnen und durch die Unterstützung und Inspiration Gottes die Macht der Dunkelheit zu überwinden, erschien mir eine Person, die ich für den Fürsten der Dunkelheit halte. Er hat gegen mich Krieg geführt und versucht mich umzubringen. [Er packte mich am Hals und würgte mich fast zu Tode. Er verletzte meine Stirn. Ich verwundete auch ihn an verschiedenen Stellen am Kopf.] Als er dabei war mich zu überwältigen, bat ich den Vater im Namen Jesu Christi um Hilfe. Ich erlangte dann Macht über ihn und er verließ mich, wobei ich stark verwundet war. Danach kamen drei weiß gekleidete Personen zu mir und beteten mit mir, und sofort wurden all meine Wunden geheilt und ich wurde von all meinen Sorgen befreit.”

Der Text in Klammern [] findet sich nicht im Tagebucheintrag in oben genannter Quelle. Der Text findet sich in einem Artikel der Brigham Young University. In den Fußnoten dieser Veröffentlichung heißt es, dass die Worte in Klammern von einem Unbekannten durchgestrichen worden seien.

4 Harvey Whitlock

In Levi Hancocks Autobiografie findet sich eine weitere, furchterregende Begegnung mit diesen Geistern der Dunkelheit aus dem Jahr 1831 (Quelle eng.):

„Es war der 4. Juni und wir versammelten uns alle in ein paar Gebäuden am Fuße des Hügels bei Isaac Morley in Kirtland, Geauga County, Ohio. Anschließend gingen wir zu einer Schule, die etwa 500 Meter entfernt auf dem Hügel lag. Das Gebäude bestand aus Baumstämmen. Darin befanden sich Holzbänke, auf denen sich die Ältesten niederließen; die Versammlung begann wie gewohnt.

… Joseph legte Harvey Whitlock die Hände auf und ordinierte ihn zum Hohen Priestertum. Plötzlich wurde dieser so schwarz wie Lyman weiß war. Seine Finger waren wie Klauen. Er ging im Raum umher, zeigte seine Hände und versuchte zu sprechen; seine Augen hatten die Form eines ovalen Os.

Hyrum Smith sagte: „Das kommt nicht von Gott.” Joseph sagte: „Erhebe deine Stimme nicht dagegen.” „Ich werde nicht glauben”, sagte Hyrum, „außer du fragst Gott und dieser räumt es ein.” Joseph neigte sein Haupt und stand nach kurzer Zeit auf und gebot Satan, aus Harvey zu fahren, während er ihm die Hände auf das Haupt legte.

In just diesem Moment schlug ein etwa 100 kg schwerer alter Mann, der am Fenster saß, einen vollständigen Salto im Haus, stieß mit seinem Rücken gegen eine Bank und blieb hilflos liegen. Joseph hieß Lyman den Satan austreiben. Dieser tat dies. Der Name des Mannes war Leanon [Leman] Coply [Copley], ein ehemaliger Quäker [Shaker].

Der böse Geist verließ ihn und schnell wie der Blitz fiel Harvey Green gelähmt hin und schrie wie ein Panther. Satan wurde aus ihm ausgetrieben, fuhr aber sofort in einen anderen. So ging es den ganzen Tag über und einen Großteil der Nacht. …

Danach gingen wir zum Haus und hörten, wie Harvey Whitlock sagte, dass als Hyrum Smith sagte, dass es nicht Gott sei, er ihn von Herzen verachtet hatte, und als der Teufel ausgetrieben wurde, war er überzeugt, dass es Satan gewesen war, der in ihm gewesen war, und er wusste es. Ich hörte Harvey Green desweiteren sagen, dass er das furchtbare Gefühl, das er gehabt hatte, während er in Satans Händen gewesen war, nicht beschreiben konnte.”

5 Sidney Rigdon

Folgender Auszug stammt aus dem Bericht von Philo Dibble:

„Auf Einladung von Pater Johnson aus Hiram, zog Joseph mit seiner Familie in dessen Haus um, um das Neue Testament zu übersetzen. Dies geschah im Jahr 1831.

Zu dieser Zeit war Sidney Rigdon zurückgelassen worden, um in Kirtland zu präsidieren, und predigte häufig zu uns. Einmal sagte er zu uns, dass uns die Schlüssel des Himmelreichs genommen worden wären. Als sie das hörten, weinten viele der Zuhörer, und als jemand den Versuch machte, die Versammlung durch ein Gebet zu beenden, sagte er, dass Beten nicht helfen würde und die Versammlung löste sich voller Verwirrung auf.

Zu sehen ist Sidney Rigdon, der zu Lebzeiten des Präsidenten Joseph Smith, dessen erster Ratgeber war.

Foto von Sydney Rigdon, von josephsmithpapers.org

Bruder Hyrum kam am nächsten Morgen zu meinem Haus, erzählte mir davon und sagte, dass es falsch sei und wir die Schlüssel des Himmelreiches innehätten. Er bat um meine Kutsche und mein Pferd, um zur Stadt Hiram zu fahren und Joseph zu holen. Unter vielen ging das Wort um, dass Sidney den Mormonismus bloßstellen würde.

Joseph reiste ein paar Tage später nach Kirtland und hielt eine Versammlung in einer großen Scheune ab. Fast alle Einwohner Kirtlands kamen, um ihm zuzuhören. Die Scheune war voller Menschen, und weitere, denen es nicht gelang, hineinzugehen, standen vor den Toren, so weit wie sie noch hören konnten.

Joseph erhob sich und sprach machtvoll: „Ich kann mit schlechten Menschen und Geistern kämpfen, ja, mit Engeln. Keine Macht kann mir diese Macht nehmen, außer die Macht, durch die ich sie erhalten habe; das waren Petrus, Jakobus und Johannes. Aber dafür, was Sidney getan hat, soll der Teufel mit ihm verfahren wie ein Mann mit dem anderen.”

Thomas B. Marshs Frau ging von der Versammlung zu Sidney und berichtete diesem, was Joseph gesagt hatte, und er antwortete: „Ist es möglich, dass ich derart getäuscht wurde? Aber wenn Joseph das sagt, ist es so.”

Etwa drei Wochen darauf lag Sidney alleine in seinem Bett. Eine unsichtbare Macht hob ihn von seinem Bett und schleuderte ihn durch das Zimmer von einer Seite des Raumes zur anderen. Da seine Familie im Nebenzimmer den Krach hörte, gingen sie nachschauen, was los sei und fanden ihn, wie er von einer Seite des Raumes zur anderen geschleudert wurde, wodurch Sidney fünf oder sechs Wochen bettlägerig war. So wurde Josephs Prophezeiung in Bezug auf ihn Wahrheit.”

Happy Halloween!


David Snell ist stolz darauf, Mitglied der Kirche Jesu Christi zu sein. Er hat einen Abschluss von der BYU, ist Gründer von „The Sunday Pews” und hat unter anderem Erfahrungen als Autor für Mormon Newsroom Pacific, KBYU11, Classical 89 Radio und FamilyShare.com gesammelt. Er nimmt sich selbst nicht zu ernst und möchte den Tag für uns ein bisschen schöner machen.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 27.10.18 auf thirdhour.org unter dem Titel „5 Legitimately Terrifying “Ghost” Stories From Church History” veröffentlicht. Der Autor ist David Snell. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: kommzuchristus.org und kirche-jesu-christi.org.

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