Nach meiner Erfahrung ist es manchmal wirklich schwer, die Hoffnung nicht zu verlieren.

Nicht die Hoffnung in Gott, um genau zu sein, obwohl das für manche Menschen ein legitimer, schmerzhafter Kampf ist – sondern die Hoffnung, dass es jemals besser wird.

Vielleicht ist es nach Ihrem 15. Arzttermin, wenn der x-te Spezialist, den Sie gesehen haben, mit den Achseln zuckt und seufzt: „Wir können nichts finden, was mit Ihnen nicht stimmt.” Vielleicht ist es der 40. Schwangerschaftstest, den Sie in den letzten Jahren gemacht haben, nur um einen weiteren negativen Test zu erhalten. Vielleicht ist es, dass ein geliebter Mensch immer wieder die gleichen schlechten Entscheidungen trifft, oder vielleicht kämpft man sich mit seinem Ehepartner von Therapiesitzung zu Therapiesitzung, nur um herauszufinden, dass die Dinge nicht anders aussehen.

Was auch immer die Umstände sind – und wir alle haben schwierige und einzigartige – es ist leicht, entmutigt zu werden. Es ist leicht zu denken: „Das wird nie besser, nie weniger elend oder weniger anstrengend.” Es ist leicht, aufzugeben: mit dem Kämpfen aufzuhören, mit dem Beten aufzuhören, mit dem Versuchen aufzuhören.

Ziele erreichen. Schritt für Schritt.

Ich stand immer wieder kurz davor, aufzugeben. Ich war sauer auf Gott, sauer auf mich selbst, sauer auf Ärzte und alles (und jeden) dazwischen. Es gab unzählige Nächte, in denen ich nach entsetzlich schmerzhaften Bauchschmerzen in mein Kissen weinte, die Augen schloss und mir einfach wünschte, mein Leben könnte vorbei sein.

So sehr ich es auch versuchen mag, ich kann den tiefen, seelischen Schmerz nicht artikulieren, der das Gefühl begleitet, dass die Hoffnung verloren ist und sich das Leben nie verbessern wird. Es schmerzt vielleicht noch mehr als jeder andere körperliche Schmerz, den ich erlebt habe.

Aber trotz der Schwierigkeiten, denen ich ausgesetzt war, gibt es eine Sache, die ich wirklich weiß: Die Hoffnung ist NIE verloren. Wir können Glück, Freude und Hoffnung finden, unabhängig von unseren gegenwärtigen Umständen.

In seinem schönen Vortrag „Niemals aufgeben” sprach der verstorbene Apostel Joseph B. Wirthlin über Ausdauer im Angesicht von Schmerz, Entmutigung und Traurigkeit:

„Das beste Beispiel für Beharrlichkeit ist wohl Ijobs Geschichte im Alten Testament. Wie Sie wissen, wird hier erzählt, wie Bedrängnisse einem rechtschaffenen Mann zu schaffen machten und was wohl der Grund für diese Bedrängnisse sein mochte. Die Frage, warum Ijob oder jemand anders Schmerz und Leid ertragen muss, wird zwar nicht vollständig beantwortet, aber es wird ganz deutlich gesagt, dass Ungemach nicht unbedingt ein Zeichen für Gottes Zorn und eine Strafe für Sünden ist, wie Ijobs Freunde es ihm einreden wollten. Das Buch lässt vielmehr durchblicken, dass Ungemach, das keine Strafe ist, zur Erfahrung, zur Selbstbeherrschung und zum Lernen dient. Mir ist nichts bekannt was die Mitglieder nötiger brauchen könnten als die Überzeugung und Beharrlichkeit Ijobs. Ijob war ein gerechter Mann, der Gott fürchtete und allem Bösen aus dem Weg ging. Der Herr gestattete es dem Satan, Ijob zu quälen, und so verlor Ijob seine sieben Söhne und drei Töchter, seinen Reichtum, der in seinen Herden bestand, und wurde schwerkrank. Aber auch in diesem unbeschreiblichen Leid blieb er dem Herrn treu und vermochte sogar zu sagen: „Gelobt sei der Name des Herrn.“ (Ijob 1:21.) „Er mag mich töten, ich harre auf ihn. … Schon das wird mir zum Heile dienen. … Doch, ich weiß: mein Erlöser lebt.“ (Ijob 13:15, 16; 19:25.)

Seine Gnade ist ausreichend

Am Ende der Geschichte wird erzählt, was Ijobs Beharrlichkeit bewirkte. Der Herr segnete ihn mit Kindern, mit Gesundheit und mit größerem Reichtum. Ijob ging auf seinem Weg weiter, trotz unverminderter Schwierigkeiten, bis er den Herrn sah (siehe Ijob 42:5).

Auch im Buch Mormon wird häufig von Menschen erzählt, die bis ans Ende ausharrten – von Lehi und seiner Familie bis hin zu Moroni, dem Sohn Mormons. Vor allem von Moroni können wir Beharrlichkeit lernen. Die Hindernisse, denen er sich gegenübersah, sind uns vielleicht unbegreiflich. Er musste mitansehen, wie das ganze nephitische Volk in einem furchtbaren Krieg durch das Schwert umkam, weil die Menschen so schlecht waren. Sein Vater und alle seine Verwandten und Freunde kamen um. Zwanzig Jahre war er allein und musste sich wahrscheinlich vor den grausamen Lamaniten verbergen und vor ihnen fliehen, denn sie trachteten ihm nach dem Leben. (Siehe Mormon 8:2-7.) Trotzdem führte er die Aufzeichnungen weiter, wie sein Vater es ihm aufgetragen hatte.

Seine Beharrlichkeit und Rechtschaffenheit führten dazu, dass die drei Nephiten, denen der Herr ja gestattet hatte, bis zu seinem Zweiten Kommen auf der Erde zu verweilen (siehe Mormon 8:11), ihm dienten. In unserer Zeit hatte Moroni den Auftrag, Joseph Smith in seiner Berufung als Prophet der Wiederherstellung zu unterweisen und ihm die Aufzeichnungen des Buches Mormon zu übergeben.”

Egal welche Prüfungen und Schwierigkeiten wir in diesem Leben haben – egal wie schwierig und anstrengend sie sein mögen – es gibt immer Hoffnung, denn es gibt immer Jesus Christus.

Durch das Sühnopfer Jesu Christi wissen wir, dass alles Unrecht wiedergutgemacht wird. Wir wissen, dass mit Christus alle Dinge überwunden werden können. Wir wissen, dass durch Christus dieses Leben nicht das Ende ist und dass uns in der kommenden Welt Herrlichkeit und Freude erwarten. Wir können in dieser Minute unseres Lebens Glück empfinden, weil wir wissen, dass unser Geist ewig ist und dass die Schwierigkeiten, denen wir hier und jetzt gegenüberstehen, eines Tages verschwinden werden (obwohl wir sicherlich hoffen, dass sie früher gelöst werden!).

Wie uns Elder Jeffrey R. Holland einmal in Erinnerung gerufen hat:

„Ich bezeuge, dass dies die wahre Kirche [des himmlischen Vaters und Jesu Christi] ist und dass sie uns in den Stunden der Not stützen und immer stützen, selbst wenn wir ihr Eingreifen nicht bemerken. Manche Segnungen kommen bald, manche spät und manche gar erst im Himmel, aber sie kommen zu einem jeden, der das Evangelium Jesu Christi annimmt.” (Jeffrey R. Holland, „Ein Hoherpriester der künftigen Güter”, Oktober 1999).

Die Dinge werden in Ordnung sein. Sie werden wieder glücklich sein, wieder schmerzfrei, und vor allem wieder ganz. Wenden Sie sich an Christus. Beten Sie um seine befähigende Kraft in Ihrem Leben. Flehen Sie um seine Hilfe, um durchzuhalten. Mit seiner Hilfe und Kraft, auch wenn sich Ihre Umstände nicht ändern mögen, werden SIE sich ändern. Sie werden in diesem Leben Freude, Hoffnung und Frieden finden können – trotz Ihrer Leiden.


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich auf ldsblogs.com unter dem Titel „Losing Hope” veröffentlicht. Die Autorin ist Amy Keim. Übersetzt von Janine Windhausen.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

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