Du hast versucht gute Entscheidungen zu treffen. Du folgst dem Propheten, betest, studierst in den heiligen Schriften. Du hast dich bemüht, deinen Willen dem des Herrn anzugleichen so gut wie du kannst, aber trotzdem sieht dein Leben -wenn du dich umschaust- anders aus als das Leben anderer. Wie ist das möglich? Wie können zwei Leben so unterschiedlich aussehen, wenn jeder danach strebt, nach dem Evangelium zu leben und seinen Prinzipien zu folgen?

Ist es möglich, dass das Evangelium bei dir nicht funktioniert?

Zu viele von uns fühlen sich nicht dazugehörig als Mitglied – ein vergessenes Kind Gottes in einer Welt voller „Vorzeige – Mormonen”. Wenn wir uns mit anderen vergleichen, fühlen wir uns vielleicht enttäuscht – betrogen sogar – vor allem dann, wenn wir nach den Standards leben, die uns angeblich glücklich machen sollen. Beim Vergleich mit anderen ignorieren wir einige ausschlaggebende Faktoren, welche unser Verständnis erweitern und unsere Sorgen mindern können:

1. Der Herr braucht unsere Vielfalt

Die Mitglieder der Kirche sind viel schöner und vielfältiger, als ein Klischee jemals zulassen würde.

Für einige von uns, sowohl für Mitglieder der Kirche als auch für Nichtmitglieder, geht das Wort „Mormonen” mit einer sehr spezifischen Klischeevorstellung einher. Aber ich kann mich an keine Schriftstelle oder Ansprache erinnern, welche besagt: „Du sollst in einem sehr schönen Haus wohnen, mit einem Ehepartner und fünf Kindern, und als Bischof/ Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung dienen bis zu dem Tag, an dem du von 500 Enkelkindern umgeben bist.”

Obwohl es an diesem „Lifestyle” nichts auszusetzen gibt – und das gibt es wirklich nicht – sollte der Rest von uns nicht auf die Idee kommen, dass wir was falsch machen, wenn unser Leben nicht direkt auf diese Beschreibung passt.

Die Wahrheit ist, dass die Mitglieder der Kirche viel schöner und vielfältiger sind, als ein Klischee jemals zulassen würde. Die Vielfalt unter den in aller Welt vertretenen Mitgliedern der Kirche ist charakteristisch für die Heiligen der Letzten Tage, da das Evangelium Jesu Christi jede Kultur, Rasse, Nationalität und Sprache durchdringt.” (LDS.org). Christusähnliche Eigenschaften sind allgemein gültig und, wie Dallin H. Oaks gesagt hat Seine Gnade ist hinreichend für alle.”  Nicht nur das, der Herr braucht die Vielfältigkeit der Mitglieder, um sein Reich aufzubauen. Du glaubst das nicht? Klick auf mormon.org und sieh selbst, wie das Evangelium von Millionen von Menschen überall auf der Welt gelebt wird.

2. Keiner hat ein perfektes Leben

Hör auf, dein Leben mit dem Leben anderer zu vergleichen! Niemand hat ein Leben ohne Prüfungen, egal was du glaubst zu sehen.

Dankbar für das Gute in unserem Leben

Es ist leicht Vergleiche anzustellen, die auf dem basieren, was wir denken zu sehen. Aber wie meine Tante immer sagt: „Wenn du in das Land der Vergleiche gehst, kommst du entweder aufgeblasen oder erniedrigt heraus.”

Das ist so wahr. Wann hat irgendjemand von uns jemals einen Vergleich angestellt, ohne sich hinterher über- oder unterlegen zu fühlen? Ohne Frage vertreibt Vergleichen die Nächstenliebe. Nicht nur das, wir fühlen uns auch erbärmlich! Wie Jeffrey R. Holland scherzhaft sagte: „Sind das nicht herrliche Aussichten? Nur, weil es jemand anders gut trifft, bricht für einen selbst wieder einmal eine Sauregurkenzeit an.”

Das nächste Mal, wenn du dich von den Mächten des Himmels ignoriert fühlst, versuche nicht an Fairness” zu denken. Lass die Bitterkeit, die du vielleicht wegen jemandem verspürst, der ein anscheinend prüfungsfreies Leben führt, los. Du weißt nie, welcher Kummer sich hinter einem Fassaden-Lächeln verbirgt.

3. Unser Leben wird von den Entscheidungen anderer beeinflusst

Das Sühnopfer bezahlt  sowohl für jedes Unrecht, das wir begehen, als auch für jedes Unrecht, das uns zugefügt wird.

Sogar, wenn wir versuchen alles richtig zu machen, läuft das Leben manchmal einfach nicht nach Plan. Ein Grund dafür ist, dass der Herr uns Entscheidungsfreiheit gegeben hat.

Die Entscheidungsfreiheit ist ein entscheidender Teil im Plan des Himmlischen Vaters. Mit den Worten von Robert D. Hales: „Entscheidungsfreiheit, die in Rechtschaffenheit ausgeübt wird, ermöglicht dem Licht, die Finsternis zu vertreiben, und uns, in Freude und Glück zu leben.“

Also, wenn jemand seine Entscheidungsfreiheit egoistisch nutzt, ist das Gegenteil auch wahr. Wenn du den egoistischen Entscheidungen eines anderen zum Opfer gefallen bist – und das trifft auf uns alle irgendwann zu – ist es schwer zu glauben, dass der Herr immer noch einen Plan für dich hat. Hat er aber. Wie James E. Faust in seiner Ansprache „Die Kräfte, die uns retten” sagte: „Doch die Misserfolge und Rückschläge für das Werk Gottes werden nur vorübergehend sein, denn das Werk wird voranschreiten.”

Erinnere dich auch daran, dass das Sühnopfer letztlich für alle Enttäuschungen im Leben bezahlt, egal was sie verursacht hat.  Verliere niemals die Hoffnung. Der Herr hat versprochen, „daß dies alles dir Erfahrung bringen und dir zum Guten dienen wird.”

4. Der Herr hat einen Plan für dich

Wenn du mit Schwierigkeiten konfrontiert wirst, höre nicht auf nach dem Evangelium und seinen Grundsätzen zu leben. Das zu tun raubt dir zukünftigen Frieden.

Der Herr hat einen Plan

Es kann sehr schwer sein, diese wahre Lehre im Hinterkopf zu behalten, vor allem, wenn wir mit Schwierigkeiten konfrontiert sind. Wir sind vielleicht versucht, unsere täglichen Gewohnheiten, in den heiligen Schriften zu studieren und zu beten, aufzugeben, besonders, wenn wir glauben, dass sie nicht funktionieren.

Aber das Evangelium und seine Grundsätze aufzugeben raubt dir Freuden, von denen du niemals gedacht hättest, dass sie möglich sind. In seiner Ansprache Nur ein paar Grad” warnt Dieter F. Uchtdorf:  wie oft sich der Unterschied zwischen Glück und Unglück für den Einzelnen, für eine Ehe oder für eine Familie auf eine Abweichung von nur wenigen Graden zurückführen lässt.” Gib die Führung eines liebenden Vaters im Himmel in einem Moment des Schmerzes nicht auf.

Der Plan des Herrn mag aus unserer limitierten Perspektive nicht immer Sinn ergeben. Sieh auf dein Leben zurück und erkenne all die Dinge, die er bis jetzt für dich gemacht hat. Mit wem hat er dein Leben bereichert? Welche Fähigkeiten hast du durch deine Erfahrungen entwickelt? Welche Talente hast du geteilt? Gib nicht auf. Vertraue auf ihn. Seine Weisheit und Liebe sind die beiden Dinge, auf die wir immer zählen können.

5. Nach dem Evangelium leben ist individuell

Es war nie Aufgabe des Evangeliums, einen spezifischen Personentyp hervorzubringen. Stattdessen verlangt der Herr, dass wir uns verpflichten, nach dem Evangelium zu leben.

Die Idee, dass Gott will, dass wir alle gleich sind, ist ein Mythos. Das einzige, was seine treuesten Nachfolger am Ende gemeinsam haben werden, ist ein Zeugnis und das Versprechen, nach dem Evangelium zu leben; das macht dich zu einem Mormonen, nicht wie viele Kinder du hast oder wo du lebst.

Natürlich sind Prüfungen Teil des Lebens, ob du dich verpflichtet hast nach dem Evangelium zu leben oder nicht; behalte das im Gedächtnis, wenn du darüber nachdenkst, dass das Evangelium für dich nicht funktioniert. Das nächste Mal, wenn du dich mit jemandem vergleichst, stelle dir diese Fragen, die Dieter F. Uchtdorf gestellt hat:

Hat mein Leben einen Sinn?

Glaube ich an Gott?

Glaube ich, dass Gott mich kennt und dass er mich liebt?

Glaube ich, dass Gott meine Gebete hört und erhört?

Bin ich wirklich glücklich?

Führt mich das, was ich mache, zu den geistig höchsten Zielen und Werten im Leben?

Solange wir uns jeden Tag bemühen, die Antwort auf diese Frage zu einem „Ja!” zu machen, sind wir auf dem richtigen Weg.

Was ist ein Vorzeige Mormone


Marian Spencer

Marian ist sehr reiseerfahren und ein Drittkulturkind. Sie hat die meiste Zeit ihres Lebens in Australien und Südostasien verbracht. Vor kurzem hat sie einen Abschluss an der Brigham-Young-Universität in Englisch gemacht, mit dem Nebenfach Editieren. Sie hat eine Leidenschaft für Schönes, Bedeutungsvolles und Essbares.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 5. April 2016 auf www.mormonhub.com veröffentlicht. Der Autor ist Marian Spencer. Übersetzt von Maren Leit.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org