Ahnenforschung, Familiengeschichtsforschung, Genealogie, Familienforschung – es gibt viele Bezeichnungen dafür, Verwandtschaftsbeziehungen zu erforschen und darzustellen. Neben Berufsgenealogen, die mit Ahnenforschung ihr Geld verdienen, gibt es zahlreiche Laien, die sich hobbymäßig mit ihrer Abstammung befassen.

Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder einen vagen und mühsamen Versuch gemacht, meine Familiengeschichte zu erforschen. Die Begeisterung meiner Mutter und anderer Leute für dieses Thema konnte ich lange Zeit nicht nachvollziehen – bis ich mich dann endlich ein bisschen in die Materie eingearbeitet hatte und selbst von der Leidenschaft für Ahnenforschung ergriffen wurde:

Ich wurde berührt von den vielen Notlagen meiner Vorfahren, die Hunger, schwerste Arbeit und Krieg erlebten.

Ich freute mich, als in den Alben meiner Großmutter zahlreiche Fotos von Verwandten auftauchten, die den vielen Namen endlich ein Gesicht gaben.

Ich weinte für Salome, die zweite Frau meines Urururururgroßvaters, deren erste fünf Kinder alle wenige Stunden oder Tage nach der Geburt verstarben, die dann endlich ein sechstes Kind bekam, das 53 Jahre alt werden würde, was sie aber nicht erleben durfte, weil sie eineinhalb Jahre später bei der Geburt des siebten Kindes verstarb, das etwas später ebenfalls aus dem Leben schied.

Ich war überrascht, als ich in der eigentlich schon recht gut erforschten Ahnenlinie meines Mannes zufällig ein weiteres Kind seiner Urgroßeltern fand, das schon als Säugling verstorben war und von dem niemand aus der Familie wusste.

Ich war schrecklich aufgeregt, als sich eine große Seitenlinie meiner Vorfahren auftat, zu der mir aber ein wichtiges Bindeglied fehlte, bis ich dieses dann tatsächlich in einer der verfügbaren Quellen finden konnte.

Wenn du bisher noch nicht so richtig den Einstieg in die Ahnenforschung gefunden hast, findest du hier einige Vorschläge, wie du mit dem Aufschreiben deiner Familiengeschichte loslegen kannst:

1. Notiere alle Informationen, die du schon hast.

Zu sehen sind alte Baseball Fotos, die als Dokumente (Zeitzeugen) zur Ahnenforschung dienen.

Fange bei dir selbst an. Am wichtigsten sind der vollständige Name, Geburtsdatum und -ort, aber Fotos, eine Kurzbiografie und lustige oder tragische Erlebnisse machen eine Person gleich viel greifbarer. Arbeite dich über deine Eltern so viele Generationen wie möglich zurück.

2. Sammle alles, was du über deine Vorfahren ermitteln kannst.

Befrage möglichst viele Verwandte nach Daten, Anekdoten und Erinnerungsstücken. Scanne alte Fotos ein, fotografiere Orte und Gegenstände, die für deine Vorfahren eine Rolle spielen, und mach ein paar Sprachaufnahmen deiner jetzt noch lebenden Vorfahren, um den Klang ihrer Stimme festzuhalten.

Eine Mutter und ihr Sohn schauen sich alte Fotos an, die in einem Fotoalbum eingeklebt wurden.

3. Strukturiere deine Informationen, zum Beispiel mit FamilySearch.

Die von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bereitgestellte Website familysearch.org eignet sich hervorragend für die Ahnenforschung. Nach einer kostenfreien Registrierung kannst du hier deinen Stammbaum in übersichtlicher Form anlegen, nach Datenquellen suchen und dich mit anderen Benutzern vernetzen.

Zu sehen ist ein Stammbaum , wie man ihn auf der Seite familysearch.com anlegen kann, einer Webseite der Kirche Jesu Christi zur Ahnenforschung.

Unter familysearch.org/home/etb_gettingstarted findest du animierte Kurzvideos, die in unterhaltsamer Weise über die Funktionen der Website informieren.

4. Hol dir weitere Hilfe in einer Forschungsstelle für Familienforschung.

FamilySearch hat 4.600 Einrichtungen in 126 Ländern, in denen jeder auf genealogische Aufzeichnungen zugreifen und Hilfe bei der Ahnenforschung erhalten kann. Die meisten Forschungsstellen sind in einem Gemeindehaus der Kirche untergebracht sind.

Die Genealogie-Forschungsstellen sind der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich. Sie sind mit kompetenten ehrenamtlichen Mitarbeitern besetzt. Jede Forschungsstelle bietet sowohl Anfängern als auch erfahrenen Ahnenforschern Geräte und Hilfsmittel, um Angaben zu ihren Vorfahren finden zu können.

Eine Forschungsstelle auch in deiner Nähe findest du hier: familysearch.org/locations

Zu sehen ist eine Karte, auf der Orte angezeigt werden, an denen sich Forschungsstellen der Kirche Jesu Christi befinden, an welchen man Ahnungsforschung betreiben kann.

Ich wünsche dir viel Erfolg, Freude und sicherlich auch bald große Begeisterung für deine Arbeit in der Ahnenforschung.


Dieser Artikel über Ahnenforschung wurde auf Deutsch von Tabea Seeborg verfasst und am 30.06.2019 auf treuimglauben.de veröffentlicht.

Wenn du mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wissen möchtest, dann besuche einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: kommzuchristus.org und kirche-jesu-christi.org.

Hier findest du weitere Beiträge zum Thema Ahnenforschung:

Familienforschung – Das Evangelium mithilfe von Familien teilen

Indexieren – ein Einstieg (starte noch heute)

Warum wir uns für Verstorbene taufen lassen