Wenn die Generalkonferenz näher rückt, ist das für viele eine besondere Zeit. Zweimal im Jahr nehmen wir uns bewusst Zeit, um zuzuhören, nachzudenken und uns neu auszurichten.

Für Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gehört die Generalkonferenz fest dazu. Wir hören auf die Worte der Propheten und Apostel – und glauben, dass der Herr durch sie zu uns spricht.

Und trotzdem kennen es viele: Man schaut sich alle Sitzungen an, aber irgendwie bleibt weniger hängen, als man sich erhofft hat. Oft liegt das nicht an den Botschaften, sondern daran, dass wir uns im Vorfeld gar nicht so bewusst auf die Generalkonferenz vorbereiten.

Wie kannst du dich also so vorbereiten, dass du wirklich Antworten bekommst und geistig gestärkt wirst? Hier sind fünf einfache, aber kraftvolle Tipps:

Ein Mann und sein Enkel verfolgen die Generalkonferenz.

1. Bete darum, dass du Antworten in der Generalkonferenz erhältst

Wenn du dich auf die Generalkonferenz vorbereiten möchtest, vergiss nie das Gebet.

Nimm dir bewusst Zeit, um über Fragen nachzudenken, die dich beschäftigen. Was brauchst du gerade? Wo suchst du Führung? Welche Entscheidungen stehen an?

Präsident Uchtdorf hat dazu gesagt:

„Wenn Sie sich auf die Generalkonferenz vorbereiten, denken Sie doch einmal über die Fragen nach, auf die Sie eine Antwort brauchen. Vielleicht ersehnen Sie sich für die Schwierigkeiten, vor denen Sie stehen, Anleitung und Führung vom Herrn. Eine bestimmte Ansprache oder auch nur ein einzelner Satz könnte die direkte Antwort auf ein konkretes Gebet sein. Ein andermal findet man die Antwort vielleicht in einem Wort, einer Formulierung oder einem Lied, das scheinbar in keinem Zusammenhang mit der Frage steht. Von Herzen empfundene Dankbarkeit für die Segnungen des Lebens und der ernsthafte Wunsch, Rat zu erhalten und anzunehmen, bereiten persönlicher Offenbarung den Weg.”

Der Heilige Geist spricht nicht laut oder spektakulär – oft eher leise, durch Gedanken oder ein Gefühl im Herzen. Vielleicht merkst du plötzlich: Das betrifft genau mich. Oder du bekommst einen klaren Gedanken, eine neue Perspektive oder einfach Frieden in einer Situation, die dich beschäftigt.

Genau so können Antworten kommen – mitten in einer Ansprache, manchmal sogar nur durch einen einzelnen Satz.

Wenn du dich so auf die Generalkonferenz vorbereitest, hörst du nicht einfach nur zu. Du beginnst zu erkennen, was der Herr dir ganz persönlich sagen möchte.

Präsident Russell M. Nelson, mittlerweile verstorben, winkt den Zwölf Aposteln zu.

2. Sorge für gute Voraussetzungen – auch körperlich

Geistige Aufnahmefähigkeit hat auch mit deinem körperlichen Zustand zu tun.

In Lehre und Bündnisse 88:124 lesen wir:

„…geht früh zu Bett, damit ihr nicht müde seiet; steht früh auf, damit ihr an Körper und Verstand gestärkt seiet.”

Wenn du ausgeschlafen bist, fällt es dir leichter, aufmerksam zu bleiben und die Eindrücke wahrzunehmen, das ist nicht nur in der Schule oder bei der Arbeit so, sondern trifft auch auf den Generalkonferenz-Marathon zu. Auch kleine Dinge helfen – zum Beispiel genug zu trinken oder eine angenehme Umgebung zu schaffen.

Sich auf die Generalkonferenz vorzubereiten bedeutet also auch, ganz praktisch dafür zu sorgen, dass du wach und präsent sein kannst.

Eine Familie schaut zusammen die Generalkonferenz und macht nebenbei Notizen.

3. Schaffe bewusst Raum im Kopf und im Alltag

Wie oft sitzen wir in einer Versammlung – und sind gedanklich ganz woanders?

Wenn du dich auf die Generalkonferenz vorbereiten willst, plane deinen Alltag so, dass möglichst wenig Ablenkung bleibt. Erledige Aufgaben vorher, organisiere dein Wochenende und nimm dir bewusst Zeit.

So kannst du während der Ansprachen wirklich zuhören, statt innerlich bei To-do-Listen zu sein.

Präsident Russell M. Nelson während einer Ansprache im Jahr 2022.

4. Vermeide Ablenkung – besonders durch dein Handy

Der Heilige Geist wird als eine „stille, sanfte Stimme“ beschrieben. Diese Eindrücke sind oft leise – und leicht zu überhören.

Ein klingelndes Handy, Nachrichten oder Social Media Benachrichtigungen können genau diese Momente stören.

Wenn du dich wirklich auf die Generalkonferenz vorbereiten möchtest, entscheide dich bewusst schon davor dafür, Ablenkung zu reduzieren. Schalte dein Handy aus, lege es in ein anderes Zimmer oder stelle es zumindest auf lautlos.

Keine Nachricht ist wichtiger als das, was der Herr dir in diesem Moment sagen möchte.

Ein Vater, mit einem Baby auf dem Arm, nimmt Notizen, während er die Generalkonferenz schaut.

5. Halte fest, was du lernst und fühlst

Manche Eindrücke sind flüchtig – wenn wir sie nicht festhalten, vergessen wir sie schnell.

Präsident Joseph F. Smith hat gelehrt:

„Wenn sich der Heilige Geist einem Menschen kundtut, hinterlässt dies einen dauerhaften Eindruck in der Seele, den man nicht leicht vergessen kann. Geist spricht zu Geist, und dies geschieht mit überzeugender Kraft. Das Erscheinen eines Engels oder sogar des Sohnes Gottes selbst wirkt auf das Auge und den Verstand, und der Eindruck verblasst mit der Zeit, aber die Kundgebungen des Heiligen Geistes prägen sich tiefer in die Seele ein und sind schwieriger auszulöschen.“

Wenn du während der Generalkonferenz etwas festhältst – nicht nur, was gesagt wird, sondern auch, was du empfindest – entsteht etwas Wertvolles. Das kann klassisches Mitschreiben sein, aber auch ganz anders: vielleicht ein paar Stichpunkte, Sketchnotes, markierte Stellen in den Schriften oder einfach einzelne Gedanken, die dir wichtig geworden sind.

Du kannst später darauf zurückblicken und geistige Erfahrungen erneut erleben.

Wenn wir uns auf die Generalkonferenz vorbereiten, wird sie persönlich

Wenn wir uns bewusst auf die Generalkonferenz vorbereiten, verändert sich unsere Erfahrung: Dann hören wir nicht einfach nur Ansprachen – wir erkennen, dass Gott selbst durch seine Diener zu uns spricht.

„Wenn wir durch den Geist lehren und Sie durch den Geist zuhören, wird die eine oder andere Ansprache auf Ihre Situation zutreffen.” (Jeffrey R. Holland)

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