Vielleicht warst du schon einmal in der Sonntagsschule in der Kirche Jesu Christi – oder du hast den Begriff gehört und fragst dich, was genau dahintersteckt. 

Gerade wenn sich etwas verändert oder neu organisiert wird, fällt diese Versammlung vielen wieder stärker auf. Doch was passiert dort eigentlich? Und warum ist sie für uns ein wichtiger Teil unseres Glaubens?

Wie die Sonntagsschule in der Kirche Jesu Christi eingebettet ist

Die Sonntagsschule ist Teil der Sonntagsversammlungen in der Kirche Jesu Christi. Im Mittelpunkt steht dabei die Abendmahlsversammlung, in der an Jesus Christus und sein Opfer gedacht wird. Die Sonntagsschule ergänzt diese Versammlung: Hier geht es darum, das Evangelium gemeinsam besser zu verstehen, Fragen zu stellen, Gelerntes zu diskutieren und im Alltag anzuwenden.

Es gibt verschiedene Organisationen in der Kirche Jesu Christi, die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen begleiten: die Frauenhilfsvereinigung für Frauen, das Ältestenkollegium für Männer und die Primarvereinigung für Kinder. Auch Jugendliche haben eigene Programme.

All diese Organisationen verfolgen ein gemeinsames Ziel: dir zu helfen, im Glauben zu wachsen und eine stärkere Beziehung zu Jesus Christus aufzubauen.

Innerhalb dieser Struktur nimmt die Sonntagsschule eine besondere Rolle ein, weil sie sich auf das gemeinsame Lernen des Evangeliums konzentriert.

Was ist die Sonntagsschule in der Kirche Jesu Christi?

Die Sonntagsschule in der Kirche Jesu Christi ist eine regelmäßige Versammlung, in der Mitglieder gemeinsam das Evangelium studieren.

Dabei geht es nicht nur darum, Wissen zu vermitteln. Vielmehr lebt der Unterricht davon, dass sich alle beteiligen, Gedanken teilen und persönliche Erfahrungen einbringen.

In der Bibel lesen wir: „Wachst vielmehr in der Gnade und Erkenntnis unsers Herrn und Erretters Jesus Christus! Ihm gebührt die Herrlichkeit sowohl jetzt als auch für den Tag der Ewigkeit!“

Genau das geschieht hier ganz praktisch: Lernen wird zu etwas Lebendigem – getragen vom Heiligen Geist und gestärkt durch den Austausch miteinander.

So werden Evangeliumsgrundsätze nicht nur verstanden, sondern auch im Alltag angewendet.

In einer Sonntagsschule tauschen sich junge Menschen über das Evangelium Jesu Christi aus.

Wie die Sonntagsschule organisiert ist

Die Klassen sind so aufgebaut, dass sie den unterschiedlichen Bedürfnissen der Mitglieder gerecht werden.

Es gibt Angebote für Erwachsene und Jugendliche. In vielen Gemeinden werden zusätzlich Kurse für neu getaufte Mitglieder angeboten.

Kinder lernen das Evangelium in der Primarvereinigung – altersgerecht mit Liedern, Geschichten und interaktiven Elementen.

So findet jeder ein Umfeld, in dem er sich wohlfühlt und wachsen kann.

Welche Aufgabe hat die Sonntagsschule?

In jeder Gemeinde gibt es eine Sonntagschulleitung. Sie sorgt dafür, dass das Lernen des Evangeliums gestärkt wird und der Unterricht geistlich aufgebaut ist.

Konkret bedeutet das:

  • Lehrkräfte schulen und begleiten
  • den Unterricht organisieren
  • das Lernen zu Hause und in der Kirche verbinden
  • christuszentriertes Lehren fördern

Seit wann gibt es die Sonntagsschule in der Kirche Jesu Christi?

Die Idee der Sonntagsschule gab es schon vor der Wiederherstellung der Kirche Jesu Christi.

Im 18. Jahrhundert begannen christliche Kirchen in England und Nordamerika, Kinder am Sonntag zu unterrichten – besonders solche, die sonst keinen Zugang zu Bildung hatten.

Viele frühe Mitglieder kannten dieses Modell bereits, was die spätere Entwicklung stark beeinflusste.

Offiziell wurde die Sonntagsschule 1849 in Salt Lake City unter der Leitung von Richard Ballantyne organisiert.

Er begann mit etwa 50 Kindern und unterrichtete sie anhand der Bibel, des Buches Mormon und der Lehre und Bündnisse.

Schon bald wuchs das Programm und wurde zu einem festen Bestandteil der Kirche weltweit.

Junge Menschen im Austausch in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Veränderungen in der Sonntagsschule

Im Laufe der Zeit wurde der Unterricht immer wieder angepasst, um den Bedürfnissen der Mitglieder besser gerecht zu werden.

Wichtige Entwicklungen waren:

  • das Programm „Komm und folge mir nach“, das das Lernen zu Hause stärkt
  • kürzere Sonntagsversammlungen mit stärkerem Fokus
  • mehr Gewicht auf christuszentriertes, geistgeführtes Lehren

Eine bedeutende Änderung gab es am 18. März 2026: Frauen können nun auch als Sonntagsschulleiterinnen dienen.

Warum die Sonntagsschule so wichtig ist

Die Sonntagsschule hat ein klares Ziel: dir zu helfen, näher zu Jesus Christus zu kommen.

Sie ist ein Ort, an dem du lernen, nachdenken und dich austauschen kannst. Gleichzeitig stärkt sie deinen Glauben und verbindet dich mit anderen.

Mehr als nur Unterricht ist sie ein Raum für gemeinsames geistiges Wachstum.

Hier geht niemand allein seinen Weg – wir lernen gemeinsam und gehen gemeinsam auf Christus zu.

Die Sonntagsschule kann mehr sein, als du denkst

Vielleicht nimmst du dir beim nächsten Mal ganz bewusst vor, anders in die Sonntagsschule zu gehen.

Nicht nur als Zuhörer – sondern als jemand, der etwas mitbringt.

Zum Beispiel hilft es, mit einfachen Fragen in den Unterricht zu gehen:

  • Was spricht mich heute persönlich an – und warum?
  • Was sagt mir der Heilige Geist durch das, was wir besprechen?
  • Wie kann ich das Gelernte konkret in meinem Alltag umsetzen?

Diese Fragen helfen dir, aufmerksamer zuzuhören und geistige Eindrücke bewusster wahrzunehmen.

Du kannst außerdem mitbringen:

  • eine Frage, die dich gerade beschäftigt
  • ein Gedanke aus deinem Schriftstudium
  • eine Erfahrung aus deinem Alltag
  • einen Eindruck, den du teilen möchtest

Oft sind es genau diese Beiträge, die den Unterricht lebendig machen – und die auch anderen helfen. Lehrer wünschen sich normalerweise keine perfekten Antworten, sondern ehrliche Gedanken und echtes Mitdenken.

So wird die Sonntagsschule nicht nur etwas, das du „besuchst“, sondern etwas, das dich wirklich verändert – und auch die anderen Teilnehmer, um dich herum.

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