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	<title>Das Priestertum in Aktion Archives | mehrglaube.de</title>
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	<description>Wir erzählen von unserem Glauben</description>
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	<title>Das Priestertum in Aktion Archives | mehrglaube.de</title>
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		<title>Was Heilige der Letzten Tage in jedem Raum ihrer Tempel tun (mit Bildern und Beschreibungen)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Feb 2019 04:31:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tempel]]></category>
		<category><![CDATA[Das Priestertum in Aktion]]></category>
		<category><![CDATA[Heilige Bündnisse mit Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Tempel der Heiligen der Letzten Tage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für viele sind die Tempel der Heiligen der Letzten Tage ein Mysterium. Außenstehende dürfen an den heiligen Zeremonien nicht teilnehmen und Eingeweihte nicht über deren Inhalte reden. Doch wie es darin aussieht und was darin geschieht, das erfahrt ihr hier!</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400">Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mögen denen, die noch nie in einem gewesen sind, schrecklich geheimnisvoll erscheinen. Das ist wirklich bedauerlich, denn es führt viele Menschen zu dem Glauben, dass wir eine Religion sind, die etwas zu verbergen hat. Tatsache ist, dass es einige Dinge gibt, die wir für äußerst heilig halten und nicht außerhalb des Tempels besprechen, aber wir sind auch bestrebt, dass jeder auf der Welt das volle Geheimnis des Tempels aus erster Hand erlebt. Das ist einer der Gründe, warum wir Zehntausende von Missionaren auf der ganzen Welt haben.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Es gibt ein paar Aspekte des Tempels, die so heilig sind, dass wir gebeten werden, darüber nicht öffentlich zu sprechen. Aber manchmal interpretieren wir Heilige der Letzten Tage das so, dass wir über das meiste, was wir im Tempel tun, nicht reden können. Das ist einfach nicht wahr. Also, während es ein paar Dinge gibt, über die ich hier nicht sprechen werde, ist das meiste, was wir im Tempel tun, mitteilbar. Die meisten der detaillierteren Beschreibungen der Tempelverehrung, die in diesem Artikel enthalten sind, sind sogar Zitate aus der Heiligen Schrift und von heutigen Führern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Kombiniert mit Bildern, die von der Kirche selbst veröffentlicht wurden, werfen wir einen Blick auf die Räume, die in jedem Tempel auf der ganzen Welt vorhanden sind, und was wir in jedem einzelnen von ihnen tun. Aber ehe wir dazu kommen&#8230;..</span></p>
<h2><b>Was Sie wissen müssen, bevor Sie sich mit dem Thema beschäftigen</b></h2>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2017/01/Salt-lake-tempel-türknauf.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3391" src="https://treuimglauben.de/files/2017/01/Salt-lake-tempel-türknauf.jpg" alt="" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2017/01/Salt-lake-tempel-türknauf.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2017/01/Salt-lake-tempel-türknauf-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2017/01/Salt-lake-tempel-türknauf-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400">Nachdem ein Tempel gebaut worden ist, gibt es eine Reihe von </span><a href="https://www.lds.org/temples/open-houses?lang=deu" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400">Tagen der offenen Tür.</span></a><span style="font-weight: 400"> Die Öffentlichkeit kann einen Rundgang durch das neue Gebäude machen, bevor es offiziell „eingeweiht&#8221; und in Betrieb genommen wird. Jedes der Fotos in diesem Artikel wurde vor der Einweihung des Tempels aufgenommen. Nachdem ein Tempel eingeweiht wurde, ist Fotografieren nicht mehr erlaubt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">In Tempeln vollziehen Heilige der Letzten Tage Verordnungen. Eine Verordnung ist „ein heiliger, formaler Akt, der durch Priestertumsvollmacht vollzogen wird&#8221;. Einige Verordnungen geschehen in Tempeln, andere nicht. Die Taufe und die Teilnahme am Abendmahl sind Beispiele für Verordnungen, die außerhalb eines Tempels stattfinden. Um an den Tempelverordnungen teilnehmen zu können, müssen die Beteiligten getaufte Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sein und nach den entsprechenden <a href="https://treuimglauben.de/deutsche-originalartikel/regeln-fuer-heilige-der-letzten-tage/">Geboten</a> leben. Personen, die diese Kriterien erfüllen, erhalten einen „Tempelschein&#8221;, der ihnen Zugang zu jedem Tempel der Welt gewährt.</span></p>
<h2><b>Beginnen wir am Anfang &#8211; im Eingangsbereich</b></h2>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2019/02/Tempel-Foyer-Desk.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7497" src="https://treuimglauben.de/files/2019/02/Tempel-Foyer-Desk.jpg" alt="Heilige der Letzten Tage Mormonen Tempel" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2019/02/Tempel-Foyer-Desk.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2019/02/Tempel-Foyer-Desk-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2019/02/Tempel-Foyer-Desk-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400">Wenn Sie einen beliebigen Tempel betreten, betreten Sie einen Eingangsbereich, der denjenigen auf dem obigen Foto ähnelt. Freiwillige in weißer Kleidung (Anzüge für Männer, Kleider für Frauen) warten am Empfang auf Sie. Sie legen Ihren Tempelschein vor und ein Tempelarbeiter checkt Sie ein, es sei denn, Sie haben keinen Tempelschein. Dann werden Sie höflich gebeten, den Tempel von außen zu bewundern. Aber wenn Sie einen Tempelschein haben und sich anmelden, haben Sie anschließend die Möglichkeit, an einer Vielzahl von Tempelverordnungen teilzunehmen, je nach Ihrem Alter und Ihren Bedürfnissen.</span></p>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2019/02/Tempelschein.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7501" src="https://treuimglauben.de/files/2019/02/Tempelschein.jpg" alt="HLT Tempelschein" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2019/02/Tempelschein.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2019/02/Tempelschein-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2019/02/Tempelschein-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<h2><b>Ein Wort zur Kleidung</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400">Tempelbesucher tragen an verschiedenen Stellen des Tempels unterschiedliche Kleidung. Um Verwirrung zu vermeiden, ist hier eine kurze Erklärung:</span></p>
<p><b>Sonntagskleidung:</b><span style="font-weight: 400"> Wenn Sie zum Tempel gehen, tragen Sie Ihre „beste Sonntagskleidung&#8221;. Diese Kleidung hat keine besondere Bedeutung, außer dass das Tragen ein gewisses Maß an Respekt vor Gott zeigt, wenn man sein Haus betritt. Es ist die gleiche Art von Kleidung, die man Heilige der Letzten Tage auch am Sonntag in der Kirche tragen sieht.</span></p>
<p><b>Weiße Tempelkleidung:</b><span style="font-weight: 400"> Nachdem Sie den Tempel in Ihrer Sonntagskleidung betreten haben, werden Sie wahrscheinlich in eine Umkleide gehen (eine wirklich schöne Umkleide), wo Sie sich weiße Tempelkleidung anziehen.</span></p>
<p><b>Das Tempelgarment:</b><span style="font-weight: 400"> Wir werden später mehr darüber sprechen.</span></p>
<p><b>Heilige zeremonielle Tempelkleidung:</b><span style="font-weight: 400"> Wir werden später auch mehr darüber sprechen, aber Sie werden verstehen, dass heilige Tempelkleidung anders ist als weiße Tempelkleidung. Heilige Tempelkleidung wird über weißer Tempelkleidung getragen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">In Ordnung, jetzt, da wir alle auf dem selben Stand sind, machen wir einen Ausflug durch den Tempel:</span></p>
<h2><b>Das Taufbecken</b></h2>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2017/01/Taufbecken-Sized.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3393" src="https://treuimglauben.de/files/2017/01/Taufbecken-Sized.jpg" alt="Tempel Taufbecken Heilige der Letzten Tage" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2017/01/Taufbecken-Sized.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2017/01/Taufbecken-Sized-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2017/01/Taufbecken-Sized-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400">Jugendliche im Alter von 11 Jahren können dabei helfen, das zu erfüllen, was die Heiligen der Letzten Tage „Taufen für Verstorbene&#8221; nennen. Jesus Christus lehrte: „Wenn ein Mensch nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.&#8221; Aber was passiert mit all den Menschen in der Geschichte, die nie die Gelegenheit hatten, sich taufen zu lassen? Sind sie dazu bestimmt, aufgrund einer Formalität eine ewige Hölle zu erleiden? Wir glauben nicht, dass dem so ist.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">In diesem Verordnungsraum können die Tempelscheininhaber an stellvertretenden Taufen für Menschen (vorzugsweise ihre eigenen Vorfahren) teilnehmen, die ohne die Möglichkeit dazu verstorben sind. Wir glauben, dass die Geister dieser Vorfahren dann die Wahl haben werden, diese stellvertretende Verordnung anzunehmen oder abzulehnen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Sie werden den einzigartigen Stil des Taufbeckens bemerken. Für unsere modernen Empfindungen mag es ein wenig seltsam aussehen, aber es soll das „Meer&#8221; von Salomos Tempel widerspiegeln, wie es in 1. Könige 7: 25 des Alten Testaments beschrieben ist:</span></p>
<p><i><span style="font-weight: 400">Das Meer stand auf zwölf Rindern. Von ihnen schauten drei nach Norden, drei nach Westen, drei nach Süden und drei nach Osten. Das Meer ruhte oben auf den Rindern. Ihre Rückseite war nach innen gekehrt.</span></i></p>
<p><span style="font-weight: 400">Für stellvertretende Taufen ziehen die Besucher weiße Kleidung (meist ein einfacher weißer Overall) an und betreten das Taufbecken. Dort wird ein Freiwilliger den Täufling im Namen der verstorbenen Person taufen. Der Täufling wird in der Regel innerhalb weniger Minuten für mehrere Personen  getauft.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Nach der Taufe muss für jede dieser Personen derselbe Täufling „konfirmiert&#8221; werden. Die Bibel weist darauf hin, dass diejenigen, die über die Vollmacht des Priestertums verfügen, kurz nach der Taufe ihre Hände auf das Haupt des Neugetauften legen und ihn segnen, um die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen (Apostelgeschichte 8:14-17, Apostelgeschichte 19:1-6). Dies geschieht heute meist in einem kleinen Raum (unten) neben dem Taufbecken des Tempels, nachdem der Gast sich trockene Kleidung angezogen hat.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Reguläre Taufen (keine Taufen für die Verstorbenen) werden in einem </span><a href="https://www.lds.org/media-library/images/baptism-lds-593669?lang=deu" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400">normalen Gemeindehaus</span></a><span style="font-weight: 400"> vollzogen. Bei den Kirchenversammlungen am Sonntag finden reguläre Konfirmationen statt, meist in der Kapelle. Wenn Sie die Möglichkeit haben, an einem Taufgottesdienst oder einer Konfirmation in einem unserer Gemeindehäuser teilzunehmen, dann nutzen Sie diese! Sie müssen kein Heiliger der Letzten Tage sein, um teilnehmen zu können.</span></p>
<h2><b>Vorverordnungen und das Tempelgarment</b></h2>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2019/02/Garments.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7498" src="https://treuimglauben.de/files/2019/02/Garments.jpg" alt="Mormonen Unterwäsche Heilige der Letzten Tage Garments Tempel" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2019/02/Garments.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2019/02/Garments-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2019/02/Garments-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400">Damit die Priester in der Antike den Tempel betreten konnten, wurden sie gewaschen (Levitikus 16: 4), mit heiligen Gewändern bekleidet (Exodus 28: 42-43, Genesis 3: 7, 10, 21) und mit Öl gesalbt. In Exodus 40:12-13 wird beschrieben, wie dieser Prozess für Moses&#8217; Bruder Aaron aussehen sollte:</span></p>
<p><i><span style="font-weight: 400">Dann lass Aaron und seine Söhne zum Eingang des Offenbarungszeltes herantreten und wasche sie mit Wasser! Bekleide Aaron mit den heiligen Gewändern, salbe und weihe ihn, damit er mir als Priester dient.</span></i></p>
<p><span style="font-weight: 400">Diese Verordnungen wurden in alttestamentlicher Zeit eingehalten, aber es gibt auch Hinweise darauf, dass ähnliche Praktiken noch lange nach dem Tod Christi fortgesetzt wurden. In seinen </span><a href="https://books.google.de/books?id=GFk0DwAAQBAJ&amp;pg=PT409&amp;lpg=PT409&amp;dq=cyril+upon+emerging+from+the+tank+of+holy+running+water&amp;source=bl&amp;ots=wpfChiy5Z7&amp;sig=2JlYHs8ubjCf7DKxycp4ddePSvA&amp;hl=en&amp;sa=X&amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;q=holy%20running%20water&amp;f=false" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400">Fünf erläuternden Vorträgen vor den neu Erleuchteten</span></a><span style="font-weight: 400"> erklärt der frühchristliche Kirchenvater Kyrill von Jerusalem (um 386 n. Chr.) wie die Eingeweihten „beim Auftauchen aus dem Becken mit heiligem fließendem Wasser „gesalbt wurden“ und „das Gewand des Herrn Jesus Christus anziehen“.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Das göttliche Muster setzt sich in der Neuzeit fort. Der verstorbene </span><a href="https://www.lds.org/liahona/2007/10/come-to-the-temple?lang=deu" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400">Boyd K. Packer </span></a><span style="font-weight: 400">lehrte: „In Verbindung mit den (Verordnungen der Waschung und der Salbung) wird man im Tempel formell mit dem Garment bekleidet und empfängt dabei wunderbare Verheißungen.“</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Wie bei den zuvor beschriebenen Konfirmationen erfolgen Waschungen und Salbungen (auch Vorverordnung genannt) privat und durch Händeauflegen. Wie Präsident Packer erwähnte, trägt der Gast das Tempelgarment (als Unterwäsche zu seiner weißen Tempelkleidung), während er an der Verordnung teilnimmt. Auch kleine Mengen (nur Tropfen) von Wasser und Öl werden verwendet.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Sobald ein Heiliger der Letzten Tage seine eigene Waschung und Salbung (und die anschließende Tempelbegabung) erhalten hat, trägt er sein ganzes Leben lang Tempelgarments (als Unterwäsche), als Erinnerung an die heiligen Versprechen, die er gemacht hat.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Die Heiligen der Letzten Tage nehmen einmal für sich selbst an einer Waschung und Salbung teil. Danach können sie die Verordnung beliebig oft im Namen verstorbener Vorfahren wiederholen.</span></p>
<h2><b>Heilige zeremonielle Tempelkleidung</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400">Zusätzlich zu den Tempelgarments und normaler weißer Tempelkleidung gibt es auch eine Vielzahl von zeremonieller Tempelkleidung, die nur während der Tempel-Endowment-Zeremonie getragen wird. Erfahren Sie mehr darüber (und über Tempelgarments) im kurzen Video unten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Heilige Tempelkleidung mag seltsam aussehen, aber jedes Kleidungsstück hat eine Geschichte und einen Zweck. Exodus 28-29 beschreibt die auffallend ähnliche Kleidung, die von alten Priestern im israelitischen Tabernakel getragen wurde. Hier ist eine Darstellung, wie diese ausgesehen haben könnte:</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Denken Sie daran, dass es zwar erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen alten und modernen Tempeln gibt, aber die meisten alten Tempel nach dem Gesetz des Mose betrieben wurden. Nachdem Christus das Gesetz des Mose erfüllt hatte, waren Tempel weiterhin ein wichtiger Aspekt des frühchristlichen Glaubens. In der Neuzeit treten jedoch jene Aspekte der Tempelverehrung, die mit dem Gesetz des Mose (z. B. Tieropfer) zu tun haben, nicht mehr auf.</span></p>
<h2><b>Die Endowment-Zeremonie / Die Begabungszeremonie</b></h2>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Endowment-Raum-Mormonen-Tempel-HLT.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6742" src="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Endowment-Raum-Mormonen-Tempel-HLT.jpg" alt="Endowment Raum Mormonen Tempel HLT" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Endowment-Raum-Mormonen-Tempel-HLT.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Endowment-Raum-Mormonen-Tempel-HLT-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Endowment-Raum-Mormonen-Tempel-HLT-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400">Die Tempel-Endowment-Verordnung beginnt in einem Raum, der dem in diesem Bild ähnelt. James E. Talmage beschrieb das Endowment so:</span></p>
<p><i><span style="font-weight: 400">„Die Begabung, wie sie in den heutigen Tempeln vollzogen wird, umfasst eine Belehrung über die Bedeutung und die Reihenfolge der früheren Evangeliumszeiten und darüber, wie wichtig die gegenwärtige Epoche als großartigste und erhabenste in der Geschichte der Menschheit ist. Zu dieser Belehrung gehört auch eine Darstellung der wesentlichsten Ereignisse der Schöpfung, des Daseins unserer ersten Eltern im Garten von Eden, ihres Ungehorsams und der darauf folgenden Vertreibung von jenem gesegneten Ort, ihres Zustands in der einsamen und öden Welt, wo sie im Schweiß ihres Angesichts mit Arbeit ihr Leben fristen mussten, des Erlösungsplans, wodurch die Übertretung gesühnt werden kann, der Zeit des großen Abfalls von der Wahrheit, der Wiederherstellung des Evangeliums mit all seinen Kräften und Segnungen, der unbedingten und unerlässlichen Voraussetzung der persönlichen Reinheit und Hingabe an das Gute im jetzigen Leben sowie der strikten Erfüllung aller Forderungen des Evangeliums.“ (James E. Talmage, The House of the Lord, Salt Lake City, Bookcraft, 1962, Seite 99f.; ist bei weiteren Zitaten mit The House of the Lord angegeben.)</span></i></p>
<p><span style="font-weight: 400">Man kann am Tempel-Endowment für sich selbst (nur einmal) oder stellvertretend für eine verstorbene Person teilnehmen (ähnlich wie bei der Taufe für die Verstorbenen).</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Einfach ausgedrückt, veranschaulicht die Präsentation des Endowments, im Allgemeinen im Videoformat, die Geschichte der Schöpfung und Adam und Eva. Wenn Sie die Kapitel 1-3 in Genesis gelesen haben, sind Sie bereits mit etwa siebzig Prozent des Endowments vertraut. Die Symbolik ist reich, aber kurz gesagt, erklärt das Endowment, warum wir von Gott getrennt sind und wie Jesus Christus es uns ermöglicht, in seine Gegenwart zurückzukehren und wie er zu werden. Dies geschieht durch das Erzählen von Geschichten, Bündnissen (Versprechen mit Gott, seinen Geboten zu gehorchen), Anweisungen, Symbolen und Gebeten. Konkret verpflichten wir uns dazu:</span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400">den Geboten Gottes zu gehorchen.</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400">das </span><a href="https://www.lds.org/manual/the-gospel/the-gospel?lang=deu"><span style="font-weight: 400">Evangelium von Jesus Christus</span></a><span style="font-weight: 400"> zu leben.</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400">m</span><a href="https://www.lds.org/manual/chastity/what-is-the-law-of-chastity?lang=deu"><span style="font-weight: 400">oralisch rein</span></a><span style="font-weight: 400"> zu sein.</span></li>
<li style="font-weight: 400"><span style="font-weight: 400">unsere Zeit und unsere Talente </span><a href="https://www.lds.org/scriptures/gs/consecrate-law-of-consecration?lang=deu#"><span style="font-weight: 400">dem Dienst des Herrn zu widmen</span></a><span style="font-weight: 400">.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400">Alte Tempel hatten mehrere Räume, ebenso wie moderne Tempel. Und genau wie bei alten Tempeln symbolisiert die Reise der Besucher durch die Tempelräume während des Tempel-Endowments unsere Reise in die Gegenwart Gottes.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Israels Stiftshütte und Salomos Tempel waren beide mit einem äußeren Innenhof, einem „Heiligen Ort&#8221; und einem „Allerheiligsten Ort&#8221; (dem Heiligen der Heiligen) ausgestattet. In der Antike trennte ein Vorhang den Heiligen Ort vom Allerheiligsten (Exodus 26:33). Um von einem Bereich zum nächsten zu gelangen (symbolisch für unsere Reise zu Gott), musste man durch den Vorhang hindurchgehen. Weil die Präsentation und Zeremonie der Begabung in der Neuzeit voranschreitet, können die Besucher mehrere Räume durchlaufen (je nach Größe des Tempels), aber um den heiligsten Raum zu erreichen, der symbolisch für den Himmel steht, müssen sie durch das gehen, was die Menschen der Antike durchlaufen haben. Nachfolgend finden Sie ein Foto davon, wie dieser letzte, „Himmlische Raum&#8221; im Tempel etwa aussieht:</span></p>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2019/02/celestialer-Raum.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7499" src="https://treuimglauben.de/files/2019/02/celestialer-Raum.jpg" alt="Tempel Mormonen celestialer Raum" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2019/02/celestialer-Raum.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2019/02/celestialer-Raum-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2019/02/celestialer-Raum-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400">Im celestialen Raum findet keine formale Anweisung statt. Es ist ein Ort für persönliche Meditation, das Gebet und die Offenbarung. Sobald ein Besucher den celestialen Raum verlässt, wechselt er wieder seine Kleidung und zieht seine Sonntagskleidung an (dafür gibt es Umkleideräume) und geht in der Regel nach Hause.</span></p>
<h2><b>Der Siegelungsraum</b></h2>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2017/03/LDS-Siegelungsraum-Tempel.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3650" src="https://treuimglauben.de/files/2017/03/LDS-Siegelungsraum-Tempel.jpg" alt="Siegelungsraum Tempel Mormonen" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2017/03/LDS-Siegelungsraum-Tempel.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2017/03/LDS-Siegelungsraum-Tempel-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2017/03/LDS-Siegelungsraum-Tempel-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400">Aber wir sind noch nicht fertig, denn es gibt noch ein paar Räume, die wir nicht besprochen haben. Das Bild oben zeigt einen Siegelungsraum eines Tempels der Heiligen der Letzten Tage. In diesen Räumen werden Eheschließungen durchgeführt. Tempelscheininhaber füllen, sonntäglich gekleidet, die Plätze auf beiden Seiten des Altars. Die Braut und der Bräutigam, in zeremonieller Tempelkleidung, „knien auf gegenüberliegenden Seiten eines Altars im Siegelungsraum&#8221;, während ein Tempelarbeiter, Siegler genannt, die Verordnung vollzieht. Die Braut kann ihr Hochzeitskleid anstelle ihres normalen weißen Tempelkleides tragen, solange das Hochzeitskleid bestimmte Kriterien erfüllt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Am Altar geben Braut und Bräutigam einander und Gott Versprechen und sind als Mann und Frau nicht nur für dieses Leben, sondern für Zeit und Ewigkeit gesiegelt, solange sich jeder an seine Versprechen hält. Traditionell endet auch diese Zeremonie mit einem Kuss.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Durch diese Verordnung können auch Kinder für die Ewigkeit an ihre Eltern gesiegelt werden. Kleinere Siegelungsräume stehen auch für stellvertretende Siegelungen zur Verfügung.</span></p>
<h2><b>Moderne Offenbarung und Veränderungen in den Tempelzeremonien</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400">Tempelpraktiken und Verordnungen, wie wir sie heute kennen, sind nicht auf einmal entstanden. Es war ein Offenbarungsprozess (und einer, der bis </span><a href="https://www.lds.org/general-conference/2014/04/are-you-sleeping-through-the-restoration?lang=deu" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400">heute andauert</span></a><span style="font-weight: 400">). Tatsächlich hat die Erste Präsidentschaft am 2. Januar 2019 bekräftigt,</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">„Im Laufe dieser vielen Jahrhunderte wurden die mit der Tempelarbeit verbundenen Details regelmäßig angepasst, einschließlich Sprache, Bauweise, Kommunikation und Protokollführung. Die Propheten haben gelehrt, dass es kein Ende der Anpassungen geben wird, die der Herr an seine Diener richtet.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Und das ist der Tempel!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Dies sind äußerst heilige Gebäude, an denen wir an äußerst heiligen Verordnungen teilnehmen. Von außen (und sogar von innen) können Tempelverordnungen etwas seltsam anmuten. Das ist völlig verständlich. Für viele Menschen sind das Gebet, das Abendmahl und die Taufe seltsam. Die meisten fremden Dinge erscheinen uns zunächst seltsam. Tempelverordnungen und Gottesdienste haben tiefe Wurzeln in der alten jüdischen Mystik. Es ist kein Wunder, dass sie auf unsere modernen westlichen Sensibilitäten seltsam wirken.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Wenn Sie kein Heiliger der Letzten Tage sind, versuchen Sie bitte trotzdem, den Tempel mit größter Ehrfurcht und mit Respekt zu behandeln. Er ist in unserem Glauben äußerst wichtig und heilig. Mehrere Tempel auf der ganzen Welt befinden sich derzeit im Bau. Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, die Schönheit und Majestät dieser beeindruckenden Bauwerke bei einem </span><a href="https://www.lds.org/temples/open-houses?lang=deu" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400">Tag der offenen Tür in Ihrer Nähe</span></a><span style="font-weight: 400"> zu erleben, dann lassen Sie sich diese besondere Erfahrung nicht entgehen und erleben Sie den Tempel mit ihren eigenen Augen!</span></p>
<p><iframe title="Was passiert wirklich in den Tempeln der Mormonen?" width="800" height="450" src="https://www.youtube.com/embed/jqQKWA55E2Y?wmode=transparent&amp;rel=0&amp;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<hr />
<p><span style="font-weight: 400">Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich auf</span> <a href="https://thirdhour.org/blog/faith/lds-temples/latter-day-saints-temples/"><span style="font-weight: 400">thirdhour.org</span></a><span style="font-weight: 400"> unter dem Titel „What Latter-day Saints Do in Each Room of Their Temples (With Pictures and Descriptions)” veröffentlicht. Der Autor ist</span> <a href="https://thirdhour.org/blog/author/dsnell/"><span style="font-weight: 400">David Snell</span></a><span style="font-weight: 400">. Übersetzt von Janine.</span></p>
<p><i>Wenn du mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wissen möchtest, dann besuche einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche:</i><a href="https://www.kommzuchristus.org/" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer"><i> kommzuchristus.org</i></a><i> und</i><a href="https://www.churchofjesuschrist.org/?lang=eng" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer"><i> kirche-jesu-christi.org</i></a></p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="KikaWZdrEj"><p><a href="https://treuimglauben.de/tempel/die-tempel-der-mormonen/">Die Tempel der Mormonen &#8211; eindrucksvolle Meisterwerke der Baukunst</a></p></blockquote>
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		<title>Hinter den Kulissen: Spencer W. Kimball und das Priestertum für Schwarze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jun 2018 12:48:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lebende Propheten]]></category>
		<category><![CDATA[Das Priestertum in Aktion]]></category>
		<category><![CDATA[Lehren und Geschichten von Kirchenführern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor 40 Jahren verbrachte Präsident Spencer W. Kimball viele Tage in den Obergemächern des Salt Lake Tempels, um den Willen Gottes in Bezug auf die Öffnung des Priestertums für schwarze Mitglieder zu erfahren. Hier erfahrt ihr wie alles geschah.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400;">Im Juni 2018 feiert die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage das 40-jährige Jubiläum der Offenbarung über das Priestertum. Dieser Beitrag ist ein Auszug aus einem Artikel in BYU Studies. Der Autor des ursprünglichen Beitrags ist Präsident Spencer W. Kimballs Sohn Edward. Er gibt ganz persönliche Einblicke in das Thema.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der ganze Beitrag findet sich auf Englisch unter diesem </span><a href="https://byustudies.byu.edu/content/spencer-w-kimball-and-revelation-priesthood" target="_blank" rel="nofollow noopener"><span style="font-weight: 400;">Link</span></a><span style="font-weight: 400;">.</span></p>
<h2><span style="font-weight: 400;">Die Voraussetzungen schaffen</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">In den Ereignissen der Tage vor dem 1. Juni 1978 erkennen wir deutlich das Muster für Offenbarung &#8211; eine dringende Frage, reifliche Überlegung, gebeterfüllte Vorformulierung und Bestätigung durch den Heiligen Geist.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Viele Faktoren schufen die Voraussetzungen für die Veränderungen, auch wenn sich nicht feststellen lässt, wie viel jeder einzelne dazu beitrug:</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8211; Individuen und Gruppen in Afrika (v.a. in Nigeria und Ghana) baten um Missionare. Wie sollte die Kirche Suchenden die Unterweisung im Evangelium verwehren? Und wie sollten sie sich ohne das Priestertum organisieren?</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8211;  Im amerikanischen Bewusstsein wurde man sich der jahrhundertelangen Ungerechtigkeit gegenüber Schwarzen bewusst; Gleichheit wurde wichtiger als Rassentrennung, was Weiße darauf vorbereitete, Schwarze als rechtmäßig und sozial gleichberechtigt zu sehen. Dieses Bewusstwerden geschah schrittweise und nicht überall, bereitete aber weiße Mormonen darauf vor, Schwarze als ebenbürtig willkommen zu heißen.</span></p>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Martin-Luther-King-jr.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6621" src="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Martin-Luther-King-jr.jpg" alt="Martin Luther King jr" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Martin-Luther-King-jr.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Martin-Luther-King-jr-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Martin-Luther-King-jr-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8211; Der neue Ethos führte zu gesellschaftlichem Druck. Viele Amerikaner verachteten Mormonen für ihre Intoleranz. Diese Sichtweise mag die Missionsarbeit beeinflusst haben.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8211; Die missionarischen Bemühungen, die ganze Welt zu erfassen, erreichten unter Präsident Kimball einen neuen Höhepunkt. Sowohl die Führer als auch die Mitglieder sahen sich immer wieder mit der logischen Konsequenz konfrontiert: Missionsarbeit musste auch Schwarzafrika einschließen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8211; Studien der Generalautoritäten und unabhängiger Gelehrter führten dazu, dass man von der Idee abkam, Joseph Smith hätte ein exklusives Priestertum gelehrt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8211; Das starke Wachstum der Kirche in Brasilien und der dortige Tempel, der kurz vor der Fertigstellung stand, führten zu einem unlösbaren Dilemma. In einer rassisch so vielschichtigen Gesellschaft gab es zahlreiche Menschen, die negride Vorfahren hatten, aber nichts darüber wussten. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würden bei der Umsetzung der Regeln Fehler gemacht werden.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8211; Und schließlich: Das Oberhaupt der Kirche war neu. Präsident Hinckley sagte: „Da war nun ein kleiner Mann mit viel Liebe, der die Fähigkeit hatte, anderen die Hand zu reichen … er war nicht der erste, den das Thema Priestertum beschäftigte, aber er hatte das nötige Mitgefühl, dem nachzugehen, und den Mut, der ihn handeln ließ, um die nötige Inspiration zu empfangen.”</span></p>
<h2><span style="font-weight: 400;">Der Weg zu Offenbarung</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Als Nachfolger hatte sich Spencer als loyal und konservativ erwiesen. Als ihm die Führerschaft übertragen worden war, war es nicht seine Absicht, Reformer zu sein, aber er hatte auch keine Angst vor Wandel. Sein einziger Wunsch war, das Werk der Kirche voranzutreiben. Wenn das bedeutete, dass sich etwas ändern musste, war er bereit dazu. Präsident Kimball fühlte, dass seine Vorgänger den Herrn gefragt hatten, aber dass die Zeit noch nicht gekommen war. Spencer musste erneut fragen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Er wollte unbedingt „aus erster Hand erfahren, wie der Herr darüber dachte”. Es genügte ihm nicht zu warten, bis der Herr die Initiative ergreifen würde: Die Schriften ermahnten ihn, zu fragen und anzuklopfen, wenn er etwas für sich selbst herausfinden wollte. Er betete, ohne die Antwort vorschnell zu beurteilen: Sollte die bisherige Vorgehensweise beibehalten werden, oder war die Zeit für eine Veränderung gekommen? Er erhielt keine unmittelbare Antwort auf seine Gebete.</span></p>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Spencer-W-Kimball.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6622" src="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Spencer-W-Kimball.jpg" alt="Präsident Spencer W. Kimball" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Spencer-W-Kimball.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Spencer-W-Kimball-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Spencer-W-Kimball-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Im Mai 1975 verwies Präsident Kimball seine Ratgeber auf verschiedene Aussagen früherer Kirchenführer über Schwarze und das Priestertum und bat sie um eine Reaktion. Umsichtig, weil er sich bewusst war, dass die Frage während Präsident McKays Amtszeit kontrovers war, bat er die Apostel, mit ihm als Kollegen zu studieren und zu beten. Francis M.Gibbons, Sekretär der Ersten Präsidentschaft, bemerkte den besonderen Fokus auf dieser Frage im Jahr vor der Offenbarung. Zehn Jahre nach der Offenbarung erinnert sich Dallin H. Oaks (1978 Präsident der BYU) an diese Zeit des Fragens: „[Präsident Kimball] fragte mich, was meiner Meinung nach die Gründe waren. Er sprach mit Dutzenden, vielleicht gar Hunderten Menschen … darüber, warum das bei uns so ist.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Jahre zuvor schrieb Spencer in einem Brief an seinen Sohn über Offenbarung im Allgemeinen: „Offenbarung bekommt man wahrscheinlich nie, außer man wünscht sie sich. Ich denke, dass nur wenige Menschen Offenbarungen empfangen, während sie faul auf dem Sofa liegen, Karten spielen oder sich entspannen. Ich denke, dass man die meisten Offenbarungen dann bekommt, wenn man sich auf die Zehenspitzen stellt und sich so hoch wie möglich nach etwas streckt, von dem man weiß, man braucht es. Dann plötzlich bekommt man Antwort auf seine Probleme.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Im Juni 1977 lud Spencer mindestens drei Generalautoritäten dazu ein, ihm schriftliche Stellungnahmen zu dem Thema einzureichen. Elder McConkie schrieb einen langen Bericht, worin er zu dem Schluss kam, dass es in der Schrift keinen Hinderungsgrund dafür gab, die Vorschriften bezüglich des Priestertums für männliche Farbige zu ändern. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Bedenkt man Elder McConkies traditionelle Denkweise während der Amtszeit von Präsident Lee, wird klar, weshalb, wie Elder Packer sagt, „Präsident Kimball in der Öffentlichkeit über seine Dankbarkeit für Elder McConkie sprach für die besondere Unterstützung, die er in den Tagen vor der Offenbarung über das Priestertum erhielt”. Auch wenn es keine Protokolle zu den Sitzungen der Kollegien gibt und wir keine detaillierten Berichte von den Teilnehmern haben, wissen wir, dass die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf sich wiederholt und ausführlich mit dem Thema beschäftigten, und das über mehrere Monate.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Elder James E. Faust, der über die Internationale Mission, die fast ganz Afrika miteinschloss, präsidierte, sprach Anfang 1978 mehrfach mit Präsident Kimball über das Thema Priestertum. Bei einer Sitzung zeigte Elder Faust einen Stapel Briefe, die im vergangenen Monat aus Afrika angekommen waren. Elder Faust, der gebeten wurde, ein Beispiel vorzulesen, entschied sich für den Brief eines Jungen, dessen „größte Hoffnung es war, eine Tages im Salt-Lake-Tabernakel zu sitzen und den Propheten des Herrn sprechen zu hören.” In den Gesprächen mit den Zwölf bat Präsident Kimball darum, offen mit ihm zu sprechen. Er lud andere, deren Meinung er bisher nicht gehört hatte, zu persönlichen Gesprächen ein. Er schien so entschlossen zu sein, das Problem zu lösen, dass andere anfingen, sich Sorgen über ihn zu machen. Ein Nachbar der Kimballs, Richard Vernon, stellte fest, dass Spencer sich zurückzog.</span></p>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Schwarze-Priestertum-Taufe.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6623" src="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Schwarze-Priestertum-Taufe.jpg" alt="Schwarze Mormonen Taufe" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Schwarze-Priestertum-Taufe.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Schwarze-Priestertum-Taufe-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Schwarze-Priestertum-Taufe-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Viele in seiner Gemeinde bemerkten einen Unterschied und waren beunruhigt. Auch Camilla wirkte angespannt und besorgt um Spencer. Elder Packer sorgte sich darum, dass Präsident Kimball die Sache nicht auf sich beruhen lassen konnte und fragte: „Warum vergisst du das Ganze nicht?” Dann beantwortete Elder Packer seine eigene Frage: „Weil du es nicht kannst. Der Herr lässt dich nicht.” Spencer beschreibt später: </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">„Tag für Tag, besonders an Samstagen und Sonntagen, wenn keine [Sessionen] im Tempel stattfanden, ging ich dorthin, wo ich allein sein konnte. Ich war sehr demütig… Ich suchte danach … Ich wollte sicher sein … Ich musste ziemlich kämpfen … vor allem mit mir selbst, weil ich mit dem Gedanken aufgewachsen war, dass ‚Neger’ nicht das Priestertum tragen sollten. Ich war bereit, den Rest meines Lebens bis zu meinem Tod dafür zu kämpfen und dies zu verteidigen.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Im Februar 1978, als Spencer und Camilla von einer ihrer Reisen zurückkamen, bat Spencer den Chauffeur, ihn am Tempel aussteigen zu lassen. Camilla ging allein nach Hause. „Ich möchte noch eine Weile im Tempel bleiben”, sagte er. An manchen Tagen ging er mehr als einmal, oft alleine. Manchmal zog er dafür Tempelkleidung an; er zog immer seine Schuhe aus. Er bekam einen Schlüssel, damit er den Tempel Tag und Nacht betreten konnte, ohne dass jemand anderes beteiligt war. Nur wenige wussten davon, von den Sicherheitskräften, die über ihn wachten, abgesehen. Einer von ihnen erwähnte es gegenüber einem Nachbarn von Präsident Kimball, der es Camilla erzählte. Sie wusste also zumindest soviel, wusste aber nicht, welches Problem Spencer so sehr beschäftigte. Sie befürchtete, dass einer der Brüder in eine schwerwiegende Sünde verwickelt war. Spencer bat den Chef des Sicherheitspersonals darum, dass die Männer nur mit Bedacht darüber sprechen sollten, auch seiner Frau gegenüber.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Camilla rief Arthur Haycock an, um zu erfahren, warum Spencer so betrübt und bekümmert war. Das einzige, was Arthur als Antwort für angemessen hielt war, dass etwas den Präsidenten beunruhigte, aber alles in Ordnung kommen würde. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Am 9. März 1978, bei einem Treffen der Ersten Präsidentschaft und der Zwölf Apostel, sprachen sich die Apostel einstimmig dafür aus, dass wenn sich die Richtlinie ändern sollte, diese Änderung auf einer Offenbarung, die dem Propheten gegeben wurde und von diesem verkündet werde, beruhen müsse. Präsident Kimball drängte dann auf gemeinsame Bemühungen, den Willen des Herrn zu erfahren. Er schlug vor, zusammen zu fasten und zu beten. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Mit der Zeit, durch die vielen Tage im Tempel und viele schlaflose Stunden während der Nacht, in denen er betete und über die Konsequenzen, Verworrenheiten und Kritiken, die die Entscheidung, das Priestertum auf alle auszuweiten, mit sich bringen würde, kam Spencer schließlich zu dem Ergebnis, „dass alle Komplikationen und Bedenken an Bedeutung verloren”. Sie verschwanden nicht, aber sie schienen an Gewicht zu verlieren. Trotz seiner ursprünglichen Meinung und seines Pflichtgefühls Vergangenem gegenüber, wuchs die Gewissheit, dass der Herr eine Änderung der Richtlinien wollte. „Es wuchs langsam ein tiefer, anhaltender Eindruck, die Änderung durchzuführen.</span></p>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2016/10/Salt-Lake-Tempel.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2900" src="https://treuimglauben.de/files/2016/10/Salt-Lake-Tempel.jpg" alt="Welche Regeln haben Mormonen?" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2016/10/Salt-Lake-Tempel.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2016/10/Salt-Lake-Tempel-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2016/10/Salt-Lake-Tempel-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese Antwort wurde Spencer bereits Ende März klar, aber er hatte das Gefühl, dass sich die Führerschaft einig sein musste, weshalb er fortfuhr, mit anderen über das Problem zu diskutieren. Er spürte Widerstand von einigen, den er völlig verstand. Er drängte nicht, nahm keinen Einfluss auf sie, übte keinen Druck aus, brachte keinen kraft seines Amts dazu, zuzustimmen. Stattdessen ging er öfter in den Tempel und flehte zum Herrn, dass dieser seinen Willen kundtun möge &#8211; nicht nur ihm selbst, sondern auch den Zwölf Aposteln, diesen guten Männern, die ihr ganzes Leben lang andere Präsidenten der Kirche zitiert hatten, dass die Zeit noch nicht gekommen war. In gewisser Weise waren die vergangenen Propheten der Kirche gegen seine Entscheidung. Die Weisheit der Verstorbenen scheint oft erhabener als das Wort eines unvollkommenen Lebenden. Spencer wollte mehr als alles anderes, dass seinen Mitknechten der Wille des Herrn kundgetan werde. Camilla bemerkte, dass Spencer in ihren gemeinsamen Gebeten, in denen er zuvor immer um „Inspiration” oder „Führung” gebeten hatte, nun eindringlich um „Offenbarung” bat.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Sie stellte auch fest, dass er in diesem Frühjahr die Schriften noch aufmerksamer als sonst studierte. Am 23. März berichtete Spencer seinen Ratgebern, dass er den größten Teil der Nacht damit verbracht hatte, nachzudenken, und sein Eindruck war, die Einschränkungen für die Schwarzen aufheben zu sollen. Seine Ratgeber sagten ihm, dass sie bereit wären, ihn zu unterstützen, wenn dies seine Entscheidung wäre. Sie diskutierten dann die Auswirkungen einer solchen Änderung auf die Mitglieder und beschlossen, dass es keine unverzüglichen Maßnahmen erforderte; sie würden vor der endgültigen Entscheidung mit den Zwölf Aposteln darüber diskutieren.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Francis Gibbons, Sekretär der Ersten Präsidentschaft, hatte den Eindruck, dass Präsident Kimball bereits den Willen Gottes erkannt hatte und nun damit zu kämpfen hatte, wie er das Problem auf eine Art und Weise lösen sollte, dass alle Führungskräfte hinter ihm standen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Am 20. April bat Präsident Kimball die Zwölf, gemeinsam mit der Ersten Präsidentschaft dafür zu beten, dass Gott ihnen eine Antwort gebe. Anschließend sprach er einzeln mit jedem der Zwölf Apostel und verbrachte viele Stunden alleine mit Gebet und Meditation im „Allerheiligsten”, häufig, nachdem der Tempel bereits geschlossen war. Er beschrieb die Last seiner Gebete, als er ein paar Monate später zu Missionaren in Südafrika sprach:</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">„Ich erinnere mich noch lebhaft an den Tag, an dem ich zum Tempel ging und in den 4. Stock hinauf ging, wo wir unsere feierlichen Versammlungen abhalten, unsere Sitzungen als Zwölf Apostel und Erste Präsidentschaft. Und nachdem alle den Tempel verlassen hatten, kniete ich mich nieder und betete. Und ich betete mit Inbrunst, das kann ich euch sagen! Ich wusste, dass etwas anstand, das für sehr viele Kinder Gottes sehr wichtig war. Und ich wusste, dass wir nur dann Offenbarung vom Herrn erhalten können, wenn wir würdig und bereit sind, sie anzunehmen und umzusetzen. Tag für Tag und mit großer Ernsthaftigkeit ging ich in die oberen Räume des Tempels. Dort brachte ich meine Seele  dar und unsere Bemühungen, mit allem voranzugehen und gemäß seinem Willen zu handeln. Als wir zu ihm darüber sprachen, sagten wir: ‚Herr, wir wollen nur, was recht ist. Wir haben nicht vor, aufsehenerregend etwas zu bewegen. Wir wollen das, was du möchtest, aber wir wollen es erst dann, wenn du es willst und nicht vorher.’”</span></p>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Schwarze-Mormonen2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6624" src="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Schwarze-Mormonen2.jpg" alt="Schwarze Mormonen Priestertum 1978" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Schwarze-Mormonen2.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Schwarze-Mormonen2-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Schwarze-Mormonen2-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Am Ende der gemeinsamen Sitzung der Präsidentschaft und der Zwölf am 4. Mai, in der die Vorschriften zum Priestertum diskutiert wurden, bat LeGrand Richards um Erlaubnis, etwas sagen zu dürfen. Er sagte dann:</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">„Während der Sitzung sah ich einen Mann, der auf einem Stuhl über der Orgel saß, bärtig und weiß gekleidet, und er sah aus wie Wilford Woodruff … Ich bin kein Mann mit Visionen … Ich bildete mir das nicht ein … Vielleicht hatte ich das Vorrecht ihn zu sehen, weil ich der Einzige von uns bin, der Präsident Woodruff persönlich gesehen hat.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Am 6. Mai 1978, spät abends, traf ein Freund von Präsident Kimball, Bryan Espenschied, ihn, als beide den Tempel verließen. Bruder Espenschied hatte den Eindruck, dass Spencer besorgt oder bekümmert war. Spencer erklärte später, er sei zu jenem Zeitpunkt im Tempel gewesen, um bezüglich der Frage des Priestertums zu beten. Spencers Ratgeber teilten seine Ängste. Präsident Tanners Familie beschrieb ihn während dieser Zeit als „bekümmert, als ob er die Lasten der Welt zu tragen hätte”.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Spencer erhielt weiter viele Briefe von Kirchenmitgliedern. Manche kritisierten und forderten, andere drückten ihren Glauben und ihre Hoffnung aus. Am 19. Mai schrieb Chase Peterson, der spätere Präsident der Universität von Utah: „Könnte es sein, dass der Herr sowohl uns darauf vorbereitet hat, Schwarze als volle Mitglieder des Priestertums zu akzeptieren, als auch Schwarze für ihre Verantwortung im Priestertum? … [Vielleicht] erwartet [der Herr], dass wir bereit sind. Wenn wir uns aber als nicht bereit erweisen, wird es den richtigen Zeitpunkt so schnell nicht mehr geben.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Am 25. Mai machte Mark E. Petersen Präsident Kimball auf einen Artikel aufmerksam, in dem es darum ging, dass die Vorschriften zum Priestertum mit Brigham Young kamen und nicht durch Joseph Smith, und er schlug dem Präsidenten vor, dies zu berücksichtigen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Am 30. Mai las Spencer seinen Ratgebern eine unverbindliche Stellungnahme vor, rassisch bedingte Einschränkungen im Priestertum aufzuheben, und sagte, dass er ein „gutes, warmes Gefühl” dabei habe. Ältere Aussagen wurden besprochen und man entschied, dass G. Homer Durham, Siebziger und Vorstand der kirchenhistorischen Abteilung, sich näher mit dem Thema befassen solle. Sie beschlossen, den Ablauf der Sitzung mit den Zwölf am Donnerstagmorgen zu ändern und das gemeinsame Mittagessen im Tempel abzusagen. Sie baten die Mitglieder des Rates, weiter zu fasten. </span></p>
<h2><span style="font-weight: 400;">Bestätigung der Offenbarung</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">… An diesem ersten Donnerstag des Monats [1. Juni 1978] trafen sich die Erste Präsidentschaft, die Zwölf und die Siebziger zu ihrem regelmäßigen Treffen um 9 Uhr, fastend. Sie gaben Zeugnis, nahmen vom Abendmahl und nahmen an einem Gebetskreis teil. Das Treffen dauerte wie gewöhnlich 3 ½ Stunden und war bis zum Ende, als Präsident Kimball die Zwölf bat zu bleiben, nicht anders als andere ebensolche Treffen. Zwei hatten bereits den Raum verlassen, um ihre Tempelkleidung abzulegen und sich für die Geschäftssitzung mit der Präsidentschaft und den Zwölf, die normalerweise folgte, umzuziehen. Jemand holte sie zurück. Elder Delbert L. Stapley lag im Krankenhaus und Elder Mark E. Petersen war mit einem Auftrag in Südamerika. Zehn der Zwölf waren anwesend.</span></p>
<p><a href="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Priestertum-für-Schwarze.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6628" src="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Priestertum-für-Schwarze.jpg" alt="Priestertum für Schwarze" width="948" height="1290" srcset="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Priestertum-für-Schwarze.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Priestertum-für-Schwarze-220x300.jpg 220w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Priestertum-für-Schwarze-768x1045.jpg 768w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Priestertum-für-Schwarze-753x1024.jpg 753w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Präsident Kimball sagte: „Brüder, ich habe das Mittagessen für heute abgesagt. Sind Sie bereit, mit uns im Tempel zu bleiben? Ich hätte gerne, dass Sie weiter mit mir fasten. Ich war etliche Wochen fast täglich im Tempel, manchmal für viele Stunden, um den Herrn um eine klare Antwort anzuflehen. Ich hatte nicht im Voraus bestimmt, wie die Antwort ausfallen sollte. Ich will mit einem einfachen Ja oder Nein zufrieden sein, aber ich will es wissen. Wie auch immer die Entscheidung des Herrn ausfällt, ich werde sie mit meiner ganzen Kraft verteidigen, bis selbst in den Tod.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Er zeigte ihnen die Richtung, in die seine Gedanken ihn geführt hatten … und bat die Zwölf erneut, zu sprechen. Elder McConkie sprach sich für die Veränderung aus, da es keinen Grund dagegen in der Schrift gäbe. Präsident Tanner stellte einige Fragen zum besseren Verständnis, als Elder McConkie sprach. Dann sprach Elder Packer ausführlich, erklärte seine Sichtweise, dass es jedem würdigen Mann erlaubt sein sollte, das Priestertum zu tragen. Er zitierte Schriftstellen (LuB 124:49; 56:4–5; 58:32), um seine Argumente für den Wandel zu stützen. Acht von Zehn sprachen &#8211; alle waren dafür. Präsident Kimball befragte die anderen beiden, und auch sie sprachen sich dafür aus. Das Gespräch wurde zwei Stunden lang fortgesetzt. Elder Packer sagte ein paar Wochen später: „Nur eine Gegenstimme hätte dazu geführt, dass er es aufgeschoben hätte, so vorsichtig war er … dass es recht sein musste”&#8230; Dann baten sie [im Gebet] um Bestätigung von Gott.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">[Über dieses Gebet] sagte Elder McConkie: „Es war wie ein zweiter Pfingsttag.” … Die Zwölf und die drei Mitglieder der Ersten Präsidentschaft fühlten den Geist über sich ausgegossen und sie wussten, dass Gott seinen Willen kundgetan hatte … Ich hatte auch zuvor schon bemerkenswerte geistige Erfahrungen, vor allem im Zusammenhang mit meiner Berufung als Apostel, aber nichts von gleicher Größe.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Alle Brüder wussten und fühlten, was die Antwort auf das Gesuch Präsident Kimballs war … Manche Brüder weinten… Als Präsident Kimball aufstand, umarmten ihn einige der Brüder…</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Elder Hinckley sagte zehn Jahre nach der Erfahrung: „Im Raum herrschte eine heilige Atmosphäre. Ich hatte das Gefühl, als ob sich ein Kanal zwischen dem himmlischen Thron und dem knienden, bittenden Propheten auftat … Und durch die Macht des Heiligen Geistes kam zu diesem Propheten die Zusicherung, dass die Sache, für die er betete, richtig war, dass die Zeit gekommen war… Die Stimme des Geistes flüsterte uns zu … Keiner von uns, der bei dieser Gelegenheit anwesend war, war jemals wieder der gleiche.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">&#8230;Elder David B. Haight sagte 18 Jahre später: „Ich war damals das jüngste Mitglied des Rates der Zwölf. Aber ich war dabei. Ich war dabei, als der Geist in diesem Raum so stark ausgegossen wurde, dass hernach keiner von uns auch nur ein Wort zu sagen vermochte. Wir gingen ganz still hinaus und begaben uns ins Büro. Keiner konnte reden, denn wir hatten soeben ein machtvolles geistiges Erlebnis aus dem Himmel gehabt.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Elder Marvin J. Ashton nannte es den „intensivsten, geistigen Eindruck, den ich je gehabt hatte.” Elder Packer sagte, dass während des Gebetes allen Anwesenden klar wurde, wie die Entscheidung ausfallen musste…</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Als der Prophet von den Knien aufstand, traf er zuerst auf Elder Haight, den neuesten Apostel, und beide umarmten sich. Elder Haight konnte fühlen, wie Präsident Kimballs Herz klopfte und wie berührt er war. Der Präsident umarmte auch alle anderen Apostel. Auch andere umarmten sich spontan. Spencer hatte das Gefühl, dass die Reaktion ein Zeichen für die Akzeptanz der Veränderung und gleichzeitig ein Zeichen der Akzeptanz für ihn war.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Elder Perry sagte: „Es war, als ob eine große Last von ihm genommen wurde. Er war fast sprachlos. Es war ihm fast unmöglich, seine Freude zurückzuhalten. Nichts musste gesagt werden. Wir fühlten die Antwort, die Entscheidung war gefallen. Wir fühlten Einigkeit und Erleichterung, dass es vorbei war…”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Als jemand LeGrand Richards’ Erscheinung von Wilford Woodruff erwähnte, sagte Spencer, dass das natürlich sei: „Präsident Woodruff muss sehr interessiert gewesen sein, schließlich machte er eine ähnliche Erfahrung” mit dem Manifest…</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Brüder hatten sich lange nach dieser Veränderung gesehnt, benötigten aber die Bestätigung durch den Geist&#8230;</span></p>
<figure id="attachment_6626" aria-describedby="caption-attachment-6626" style="width: 948px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Jane-Manning-James.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-6626" src="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Jane-Manning-James.jpg" alt="Jane Manning James" width="948" height="542" srcset="https://treuimglauben.de/files/2018/06/Jane-Manning-James.jpg 948w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Jane-Manning-James-300x172.jpg 300w, https://treuimglauben.de/files/2018/06/Jane-Manning-James-768x439.jpg 768w" sizes="(max-width: 948px) 100vw, 948px" /></a><figcaption id="caption-attachment-6626" class="wp-caption-text">Jane Manning James wurde im Herbst 1842 als Mitglied der Kirche getauft.</figcaption></figure>
<hr />
<p><i><span style="font-weight: 400;">Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und teilweise gekürzt. Er wurde ursprünglich am 21.5.18  auf </span></i><a href="https://ldsmag.com/behind-the-scenes-spencer-w-kimball-and-the-revelation-on-priesthood/" target="_blank" rel="nofollow noopener"><span style="font-weight: 400;">ldsmag.com</span></a><i><span style="font-weight: 400;"> unter dem Titel „Behind the Scenes: Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood” veröffentlicht. Der Autor ist  Edward L. Kimball. Übersetzt von Kristina Vogt.</span></i></p>
<p><i><span style="font-weight: 400;">Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche:</span></i><a href="http://mormon.org/deu" target="_blank" rel="noopener"> <i><span style="font-weight: 400;">mormon.org</span></i></a> <i><span style="font-weight: 400;">und</span></i><a href="http://lds.org/?lang=deu" target="_blank" rel="noopener"> <i><span style="font-weight: 400;">lds.org</span></i></a><i><span style="font-weight: 400;">.</span></i></p>
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		<title>Das Priestertum Gottes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Aug 2016 21:04:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Glaubensgrundsätze]]></category>
		<category><![CDATA[Lebende Propheten]]></category>
		<category><![CDATA[Das Priestertum in Aktion]]></category>
		<category><![CDATA[HLT-Doktrin und Glaubensansichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Priestertümer finden in der Bibel Erwähnung: das Aaronische und das Melchisedekische. Beide Priestümer wurden durch Joseph Smith wiederhergestellt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h6><em><strong>Titelbild</strong>: Joseph Smith, Oliver Cowdery und David Whitmer ordinieren Parley P. Pratt zum Apostel.</em></h6>
<h1><strong>Das Priestertum Gottes</strong></h1>
<p>Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage behauptet, die einzig wahre Kirche auf der Erde zu sein. Sechzehn Millionen Menschen glauben dieser Behauptung. Doch worauf begründet sich ein so kühner Anspruch?</p>
<p>Um die Antwort zu verstehen, müssen wir einige tausend Jahre in die Vergangenheit blicken, um das Muster zu erkennen, das Gott nutzt, um sein Volk zu führen. Die folgenden Ausführungen zielen in keiner Weise darauf ab irgendeine Religionsgemeinschaft zu diskreditieren, sondern versuchen den Vollmachtsanspruch der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage so verständlich wie möglich herzuleiten.</p>
<p>Im Alten Testament spricht der Herr zu Mose „Lass aus der Mitte der Israeliten deinen Bruder Aaron und mit ihm auch seine Söhne zu dir kommen, damit sie mir als Priester dienen […]“ (Exodus 28:1). Später lernen wir, dass der Herr auch die Söhne vom Stamm Levi für den Priesterdienst auserkoren hat. Die priesterlichen Pflichten während der Zeit des Gesetzes des Mose waren mit temporären Ausnahmen hauptsächlich mit Brandopfern und dem Dienst im und um das Offenbarungszelt verbunden (Numeri 1:49, 50; 1 Chronik 23:27-32).</p>
<figure style="width: 664px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://media.ldscdn.org/images/media-library/gospel-art/old-testament/moses-gives-aaron-priesthood-39465-gallery.jpg" alt="Mose ordiniert Aaron zum Priestertum" width="664" height="441" /><figcaption class="wp-caption-text">Szene des Alten Testaments: Mose ordiniert erst Aaron und dann dessen Söhne zum Priesterdienst in den Heiligtümern des Bundeszeltes (Gemälde von Harry Anderson).</figcaption></figure>
<p>Hunderte Jahre später schreibt Paulus an die Hebräer:</p>
<p>„Wäre nun die Vollendung [griechisch <strong><em>teleiōsis</em>;</strong> auch Vollkommenheit, Erfüllung]  durch das levitische Priestertum gekommen, […] warum musste dann noch ein anderer Priester nach der Ordnung Melchisedeks eingesetzt werden und warum wurde er nicht nach der Ordnung Aarons benannt?“ (Hebräer 7:11)</p>
<p>Hier lernen wir, dass es neben dem Priestertum Aarons, auch das levitische Priestertum genannt, noch ein weiteres Priestertum gibt – das Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks. Melchisedek war der König von Salem und „ein Priester des höchsten Gottes“, der zu Zeiten Abrahams lebte und dem Abraham gemäß dem Gebot Gottes seinen Zehnten entrichtete (Hebräer 7:1,2).</p>
<p>Im Buch Mormon findet Melchisedek ebenso Erwähnung:</p>
<p>„Nun war dieser Melchisedek ein König über das Land Salem, und sein Volk hatte stark zugenommen an Übeltun und</p>
<figure style="width: 376px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://media.ldscdn.org/images/media-library/old-testament-seminary-curriculum-images/melchizedek-blesses-abram-walter-rane-1344170-gallery.jpg" alt="Das Priestertum Gottes" width="376" height="375" /><figcaption class="wp-caption-text">Melchisedek, König von Salem und ein Priester Gottes, legt seine Hände auf Abram und überträgt ihm das Höhere Priestertum (Gemälde von Walter Rane).</figcaption></figure>
<p>Gräuel; ja, sie waren alle irregegangen, sie waren voll von allerart Schlechtigkeit; aber Melchisedek, da er mächtigen Glauben ausgeübt und das Amt des Hohen Priestertums gemäß der heiligen Ordnung Gottes empfangen hatte, predigte seinem Volk Umkehr. Und siehe, sie kehrten um; und Melchisedek richtete in dem Land in seinen Tagen Frieden auf; darum wurde er der Fürst des Friedens genannt, denn er war der König von Salem; und er regierte unter seinem Vater“ (<a href="https://www.lds.org/scriptures/bofm/alma/13.17-18?lang=deu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alma 13:17,18</a>).</p>
<p>Die Offenbarung, die <a href="https://treuimglauben.de/joseph-smith/wer-war-joseph-smith/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der Prophet Joseph Smith</a> im September 1832 über das Priestertum erhielt, bezog sich ebenfalls auf den Fürst des Friedens, Melchisedek, der als Platzhalter auf den Erretter Jesus Christus hindeutet, dem der Prophet Jesaja den Titel des Friedensfürsten zuwies (Jesaja 9:5):</p>
<p>„[…] Abraham empfing das Priestertum von Melchisedek, der es durch die Linie seiner Väter, ja, bis Noach, empfangen hatte; und von Noach bis Henoch, durch die Linie ihrer Väter; und von Henoch bis Abel, der durch die Verschwörung seines Bruders getötet wurde und der das Priestertum auf die Gebote Gottes hin durch die Hand seines Vaters Adam empfing, der der erste Mensch war—und dieses Priestertum besteht in der Kirche Gottes in allen Generationen fort und ist ohne Anfang der Tage oder Ende der Jahre“ (<a href="https://www.lds.org/scriptures/dc-testament/dc/84.14,15,16,17?lang=deu#13" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">LuB 84:14-17</a>).</p>
<p>Von der Tatsache, dass Vollkommenheit nur durch das Melchisedekische Priestertum erreicht werden kann (Hebräer 7:11), war auch der Sohn Gottes selbst nicht ausgenommen. So steht geschrieben:</p>
<p>„So hat auch Christus sich nicht selbst die Würde eines Hohenpriesters verliehen, sondern der, der zu ihm gesprochen hat: Mein Sohn bist du. / Heute habe ich dich gezeugt, wie er auch an anderer Stelle sagt: Du bist Priester auf ewig / nach der Ordnung Melchisedeks. Als er auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden. Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden und wurde von Gott angeredet als «Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks» (Hebräer 5:5-10).</p>
<p>Auch andere empfingen das Höhere Priestertum; so besingt der Psalmist die Einsetzung des Königs David auf dem Berg Zion mit den Worten: „Der Herr hat geschworen und nie wird’s ihn reuen: „Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks“ (Psalmen 110:4).</p>
<h2>Das Neue Testament zwischen dem Aaronischen und Melchisedekischen Priestertum</h2>
<figure style="width: 664px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="irc_mi ieOmU4I02SIs-pQOPx8XEepE" src="https://media.ldscdn.org/images/media-library/bible-images-the-life-of-jesus-christ/acts-of-the-apostles/paul-setting-apart-priesthood-1426796-gallery.jpg" alt="Das Priestertum Gottes" width="664" height="329" /><figcaption class="wp-caption-text">Petrus überträgt Paulus das Priestertum und beruft ihn als Jünger des Herrn Jesus Christus.</figcaption></figure>
<p>Im neuen Testament werden die Aufgaben der beiden Priestertümer klar getrennt. Zum Beispiel lehrt Johannes der Täufer: „Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen“ (Markus 1:8). Das Gleiche lernen wir von der Bekehrung der Samarier durch den Jünger Philippus. Nachdem sie durch Philippus getauft wurden, ließ er nach Petrus und Johannes schicken, die zu der Zeit in Jerusalem waren. Als die beiden Apostel gekommen waren, legten sie den Getauften die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist (Apostelgeschichte 8:12-17). Um von Jerusalem nach Samarien zu gelangen, mussten Petrus und Johannes einige Tagesreisen auf sich nehmen. Wenn man die Reise des Boten und die Abreisevorbereitungen miteinrechnet, können wir davon ausgehen, dass Philippus und die Samarier mindestens über eine Woche auf die beiden Ältesten warten mussten. Warum ließ Philippus die Apostel rufen, wenn er den Heiligen Geist selbst hätte spenden können? Warum taufte Johannes der Täufer nicht selbst mit dem Heiligen Geist? Weil weder Philippus noch Johannes der Täufer das Melchisedekische Priestertum trugen.</p>
<h2>Auf das Fundament von Aposteln und Propheten gebaut</h2>
<p>Später belehrt Paulus die Epheser über die Organisation der Kirche Christi: „Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi“ (Eph. 4:11, 12), „Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst“ (Eph. 2:19, 20).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="irc_mi ikxsDlo8R5Aw-pQOPx8XEepE" src="https://i.ytimg.com/vi/KssyKvjgmqg/maxresdefault.jpg" alt="" width="820" height="364" /></p>
<p>Schon im Alten Testament sprach Amos: „Nichts tut Gott, der Herr, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat“ (Amos 3:7).</p>
<p>Die einzigen Kirchen, die sich heute noch auf apostolische Nachfolge berufen, sind die katholische sowie die orthodoxen östlichen Kirchen. Weder Päpste, Bischöfe noch Patriarchen dieser Kirchen beanspruchen jedoch das Prophetenamt für sich. Die einzige heutige christliche Kirche, deren ständige geistliche Führung sich auf amtierende Propheten beruft, ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Nicht nur wird die Kirche von Propheten und Aposteln geführt, sondern ihr Priestertum unterteilt sich auch klar in ein Aaronisches und ein Melchisedekisches. Der organisatorische Aufbau der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage kommt dem Aufbau der Urkirche Christi des Neuen Testaments am nächsten. Diese Tatsache gibt ihrer ernstgemeinten Behauptung, die „einzig wahre Kirche auf Erden“ zu sein eine gewisse Grundplausibilität. Nun wurde die „Mormonenkirche“ erst im Jahr 1830 gegründet. Die Frage ist daher verständlich: Wie kann eine rund 200 Jahre alte Kirche behaupten, die gleichen Priestertümer zu beanspruchen, die vor 2000 Jahren in der ursprünglichen Kirche Jesu Christi vorhanden waren? Um diese Frage ausführlich genug zu beantworten, schauen wir in die Geschichte der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.</p>
<h2>Die Wiederherstellung des Priestertums durch einen Propheten</h2>
<p>Joseph Smith junior wuchs in ärmlichen Umständen auf. Doch obwohl er nur eine etwa vierjährige Schulausbildung hatte, besaß er einen ernsthaften, verständigen Sinn und verbrachte einen Großteil seiner Zeit damit, über die Bibel zu reflektieren. Als er noch in seiner frühen Jugend war, kam es, dass sich ein Teil seiner Familie den Presbyterianern anschloss, während sein Vater und andere seiner Geschwister, nachdem sie Versammlungen der Methodisten und Baptisten besucht hatten, vorerst keiner Glaubensgemeinschaft beitraten. Diese Konstellation führte zu vielen Gesprächen in der Familie. Joseph tendierte dazu, sich den Methodisten anzuschließen, doch führten die verschiedenen Glaubensvertreter derart heftige Diskussionen untereinander, dass in ihm ständig Verwirrung herrschte.</p>
<figure style="width: 275px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://media.ldscdn.org/images/media-library/gospel-art/church-history/joseph-searching-scriptures-37717-gallery.jpg" alt="Die Wiederherstellung des Priestertums" width="275" height="342" /><figcaption class="wp-caption-text">Joseph Smith beim Studieren der Bibel (Gemälde von Dale Kilbourn).</figcaption></figure>
<p>Er beschrieb die Ereignisse in seiner Lebensgeschichte mit diesen Worten:</p>
<blockquote><p>„Während ich also mit diesen äußersten Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, die durch den Glaubensstreit dieser Religionsparteien ausgelöst worden waren, las ich eines Tages im Jakobusbrief den fünften Vers im ersten Kapitel, der lautet:</p>
<p><em>Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, so erbitte er sie von Gott, der allen gern gibt und keine Vorwürfe macht; dann wird sie ihm gegeben werden.</em></p>
<p>Nie ist einem Menschen eine Schriftstelle mit mehr Macht ins Herz gedrungen als diese damals mir. Es war so, als ergieße sie sich mit großer Stärke in jede Regung meines Herzens. Wieder und wieder dachte ich darüber nach, denn ich wusste, wenn überhaupt jemand Weisheit von Gott brauchte, so war ich es; denn wie ich mich verhalten sollte, wusste ich nicht, und solange ich nicht mehr Weisheit erlangte, als ich damals besaß, würde ich es auch nie wissen; denn die Religionslehrer der verschiedenen Glaubensgemeinschaften verstanden ein und dieselbe Schriftstelle so unterschiedlich, dass dadurch alles Vertrauen darauf zerstört wurde, die Frage durch Berufung auf die Bibel zu entscheiden.</p>
<p>Endlich kam ich zu dem Schluss, dass ich entweder in Finsternis und Verwirrung bleiben müsse oder dass ich das tun müsse, was Jakobus sagt, nämlich Gott bitten. Ich fasste also endlich den Entschluss, Gott zu bitten, denn ich sagte mir: Wenn er denen Weisheit gibt, denen es an Weisheit fehlt, und wenn er gern gibt und keine Vorwürfe macht, dann durfte ich es wohl wagen.</p>
<p>Also zog ich mich gemäß diesem meinem Entschluss, Gott zu bitten, in den Wald zurück, um den Versuch zu machen. Es war an einem strahlend schönen Morgen in den ersten Frühlingstagen achtzehnhundertundzwanzig. Zum ersten Mal in meinem Leben unternahm ich so einen Versuch, denn bei all meiner Unruhe hatte ich doch noch nie versucht, laut zu beten.</p>
<p>Nachdem ich mich an den Ort zurückgezogen hatte, den ich vorher dazu ausersehen hatte, und mich umblickte und sah, dass ich allein war, kniete ich nieder und fing an, Gott die Wünsche meines Herzens vorzutragen. Kaum hatte ich das getan, wurde ich sogleich von einer Macht gepackt, die mich gänzlich überwältigte und eine so erstaunliche Wirkung auf mich hatte, dass sie mir die Zunge lähmte und ich nicht sprechen konnte. Dichte Finsternis zog sich um mich zusammen, und ich hatte eine Zeitlang das Gefühl, als sei ich plötzlicher Vernichtung anheimgegeben.</p>
<figure style="width: 292px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://media.ldscdn.org/images/media-library/gospel-art/church-history/the-first-vision-82823-gallery.jpg" alt="Das Priestertum Gottes wiederhergestellt" width="292" height="383" /><figcaption class="wp-caption-text">Die erste Vision &#8211; Gott der Vater und sein Sohn Jesus Christus erscheinen dem jungen Joseph Smith (Gemälde von Del Parson).</figcaption></figure>
<p>Ich nahm aber alle Kraft zusammen und rief Gott an, er möge mich aus der Macht dieses Feindes befreien, der mich gepackt hatte; und gerade in dem Augenblick, wo ich in Verzweiflung versinken und mich der Vernichtung preisgeben wollte—und nicht etwa einem eingebildeten Verderben, sondern der Macht eines wirklichen Wesens aus der Welt des Unsichtbaren, das eine so unglaubliche Macht hatte, wie ich sie nie zuvor bei irgendeinem Wesen verspürt hatte—eben in diesem Augenblick höchster Angst sah ich gerade über meinem Haupt, heller als das Licht der Sonne, eine Säule aus Licht, die allmählich herabkam, bis sie auf mich fiel.</p>
<p>Kaum war sie erschienen, da fand ich mich auch schon von dem Feind befreit, der mich gebunden gehalten hatte. Als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: <em>Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!</em></p>
<p>Der Grund, warum ich den Herrn befragen wollte, war der, dass ich wissen wollte, welche von allen Glaubensgemeinschaften recht hätte, damit ich wisse, welcher ich mich anschließen sollte. Sobald ich mich soweit gefasst hatte, dass ich imstande war zu sprechen, fragte ich daher die über mir im Licht stehenden Personen, welche von allen Glaubensgemeinschaften die richtige sei (denn bisher war es noch nie in mein Herz gedrungen, dass alle unrecht hätten)—und welcher ich mich anschließen solle.</p>
<p>Ich bekam die Antwort, ich dürfe mich keiner von ihnen anschließen, denn sie seien alle im Unrecht; und die Person, die zu mir sprach, sagte, ihre sämtlichen Glaubensbekenntnisse seien in seinen Augen ein Gräuel; jene Glaubensbekenner seien alle verderbt, denn „sie nahen sich mir mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir; sie verkünden Menschengebote als Lehre, sie haben zwar eine Form der Gottesfurcht, aber sie leugnen deren Macht.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Joseph Smith Lebensgeschichte</strong></p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einige Jahre später, als Joseph Smith in seinem Zimmer betete, erschien ihm ein Engel mit Namen Moroni, der vor vielen Jahren ein Führer eines Volkes auf dem amerikanischen Kontinent war. Moroni hatte damals einen Bericht seines Volkes verborgen, das im Jahr 600 v. Chr. aus Jerusalem gekommen war und dem Jesus Christus nach seiner Auferstehung erschien. Moroni bereitete Joseph im Laufe der folgenden vier Jahre darauf vor, den Bericht zu übersetzen und die Urkirche Christi wiederherzustellen, die sich seit dem Tod der Apostel Christi nicht mehr auf der Erde befand.</p>
<h2>Das Erscheinen des Johannes</h2>
<p>Wiederum einige Jahre später, als Joseph Smith und sein Schreiber Oliver Cowdery mit der Übersetzung des Berichtes beschäftigt waren, kamen sie an eine Stelle, welche die „Taufe zur Sündenvergebung“ erwähnte. Über die Art und Weise der Taufe gab es zu der Zeit unter den verschiedenen Konfessionen Unfrieden. Joseph und Oliver beschlossen, den Herrn darüber zu befragen:</p>
<p>„Während wir damit beschäftigt waren, zu beten und den Herrn anzurufen, kam ein Bote vom Himmel in einer Lichtwolke herab, legte uns seine Hände auf und ordinierte uns mit den folgenden Worten:</p>
<p>„Euch, meinen Mitknechten, übertrage ich im Namen des Messias das Priestertum Aarons, das die Schlüssel des Dienstes von Engeln und die des Evangeliums der Umkehr und die der Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung innehat; und es wird nie mehr von der Erde genommen werden, bis die Söhne Levi dem Herrn wieder in Rechtschaffenheit ein Opfer opfern.“</p>
<figure style="width: 308px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://media.ldscdn.org/images/media-library/gospel-art/church-history/aaronic-priesthood-given-to-joseph-82831-gallery.jpg" alt="Das Priestertum Gottes wiederhergestellt" width="308" height="471" /><figcaption class="wp-caption-text">Johannes der Täufer überträgt Joseph Smith das Aaronische Priestertum im Beisein Oliver Cowdery&#8217;s (Gemälde von Del Parson).</figcaption></figure>
<p>Er sagte, dieses Aaronische Priestertum habe nicht die Macht, zur Gabe des Heiligen Geistes die Hände aufzulegen, aber diese werde uns später noch übertragen werden, und er wies uns an, uns gleich taufen zu lassen, und gab uns den Auftrag, ich solle Oliver Cowdery taufen, und danach solle er mich taufen.</p>
<p>Demgemäß unterzogen wir uns gleich der Taufe. Zuerst taufte ich ihn, und anschließend taufte er mich – danach legte ich ihm meine Hände auf den Kopf und ordinierte ihn zum Aaronischen Priestertum, und anschließend legte er mir seine Hände auf und ordinierte mich zum selben Priestertum –, denn so war es uns geboten worden.</p>
<p>Der Bote, der uns aus diesem Anlass besuchte und uns dieses Priestertum übertrug, sagte, er heiße Johannes, der nämliche, der im Neuen Testament Johannes der Täufer genannt werde, und er wirke auf Weisung von Petrus, Jakobus und Johannes; diese hätten die Schlüssel des Priestertums des Melchisedek inne, und dieses Priestertum, so sagte er, werde uns zur bestimmten Zeit übertragen werden; und ich solle der erste Älteste der Kirche genannt werden und er (Oliver Cowdery) der zweite. Es war am fünfzehnten Mai 1829, dass wir unter der Hand dieses Boten ordiniert wurden und dass wir getauft wurden.</p>
<p>Als wir, nachdem wir getauft waren, aus dem Wasser hervorkamen, erlebten wir sogleich große und herrliche Segnungen von unserem himmlischen Vater. Kaum hatte ich Oliver Cowdery getauft, da fiel der Heilige Geist auf ihn, und er stand auf und prophezeite vieles, was in Kürze geschehen werde. Und ebenso, sogleich, als ich von ihm getauft worden war, hatte auch ich den Geist der Prophezeiung; ich stand auf und prophezeite über die Entstehung dieser Kirche und vieles andere, was mit der Kirche und dieser Generation der Menschenkinder zusammenhing. Wir waren voll des Heiligen Geistes und freuten uns an dem Gott unserer Errettung.“</p>
<h2>Das Melchisedekische Priestertum</h2>
<figure style="width: 375px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://media.ldscdn.org/images/media-library/gospel-art/church-history/melchizedek-priesthood-given-to-joseph-37721-gallery.jpg" alt="Das Priestertum Gottes" width="375" height="447" /><figcaption class="wp-caption-text">Petrus, Jakobus und Johannes übertragen Joseph Smith und Oliver Cowdery das Melchisedekische Priestertum (Gemälde von Kenneth Riley).</figcaption></figure>
<p>Die Wiederherstellung des Melchisedekischen Priestertums geschah auf ähnliche Weise. Diesmal kamen Petrus, Jakobus und Johannes als himmlische Gesandte und übertrugen Joseph und Oliver das Höhere Priestertum, wie schon zuvor von Johannes dem Täufer angekündigt (Joseph Smith Lebensgeschichte 1:72). Später bestätigte der Herr die Ordination:</p>
<p>„[ Ich habe] Petrus und Jakobus und Johannes, [ ] zu euch gesandt [ ], durch die ich euch ordiniert und euch bestätigt habe, Apostel und besondere Zeugen meines Namens zu sein und die Schlüssel eures geistlichen Dienstes und der gleichen Dinge innezuhaben, die ich ihnen offenbarte, und euch habe ich die Schlüssel meines Reiches und eine Evangeliumszeit für die letzte Zeit übertragen und für die Fülle der Zeiten, in der ich alles in eins zusammenbringen werde, sowohl, was im Himmel ist, als auch, was auf Erden ist“ (LuB 27:12,13).</p>
<p>Weitere Priestertumsschlüssel wurden von Mose, Elija und Elias am 3. April 1836 überbracht, womit die Heiligen Gottes den Tempeldienst, der vor alters eingeführt worden war, wiederaufnehmen konnten.</p>
<figure style="width: 330px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://media.ldscdn.org/images/media-library/gospel-art/church-history/elijah-appearing-in-the-kirtland-temple-322894-gallery.jpg" alt="Das Priestertum Gottes Wiederherstellung" width="330" height="447" /><figcaption class="wp-caption-text">Elijah erscheint im Kirtland Tempel und überträgt die Schlüssel der Siegelung, wie es der Prophet Maleachi prophezeit hatte (Gemälde von Dan Lewis).</figcaption></figure>
<p>Was dort in den sieben Jahren zwischen 1829 und 1836 geschah, war schon vor vielen hundert Jahren vorausgesagt worden. So lehrte Petrus: „[Den Messias] muss freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung von allem, die Gott von jeher durch den Mund seiner heiligen Propheten verkündet hat“ (Apg. 3:21).</p>
<p>Die lange Zeit der Offenbarungsstille, die auf die Kreuzigung Christi und den Tod seiner Jünger folgte, war ebenso prophezeit worden:</p>
<p>Paulus schrieb an die Thessalonicher: „Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder einer Rede oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da. Lasst euch durch niemand und auf keine Weise täuschen! Denn zuerst muss der Abfall von Gott kommen [ ]“ (2. Thessalonicher 2:2,3).</p>
<p>Spät im Alten Testament lesen wir Amos‘ Ausspruch: „Seht, es kommen Tage &#8211; Spruch Gottes, des Herrn -, / da schicke ich den Hunger ins Land, nicht den Hunger nach Brot, nicht Durst nach Wasser, / sondern nach einem Wort des Herrn. Dann wanken die Menschen von Meer zu Meer, / sie ziehen von Norden nach Osten, um das Wort des Herrn zu suchen; / doch sie finden es nicht“ (Amos 8:11, 12).</p>
<p>Wie schon zu Zeiten des Mose oder Abraham, spricht Gott wieder zu den Menschenkindern – er  hat seine Kirche mit Hilfe der Priestertumsvollmacht wieder aufgerichtet und versprochen, sie nie wieder von der Erde zu nehmen.</p>
<p>Präsident Henry B. Eyring, ein Apostel des Herrn Jesus Christus und der erste Ratgeber in der Präsidentschaft der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, fasste es folgendermaßen zusammen:</p>
<blockquote><p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://media.ldscdn.org/images/media-library/church-leadership/first-presidency-and-quorum-of-the-twelve-apostles/president-henry-b-eyring-lds-462519-gallery.jpg" alt="A formal portrait of President Henry B. Eyring, who is wearing a black suit and a black and white striped tie, in front of a blue background." width="116" height="144" />„Dies ist die wahre Kirche – die einzige wahre Kirche, weil in ihr die Schlüssel des Priestertums vorhanden sind. Allein in dieser Kirche hat der Herr die Macht verankert, auf Erden zu siegeln und im Himmel zu siegeln, so wie er es auch zur Zeit des Apostels Petrus getan hatte. Diese Schlüssel wurden bei der Wiederherstellung Joseph Smith gegeben, der dann ermächtigt wurde, sie auch den Mitgliedern des Kollegiums der Zwölf Apostel zu übertragen.“</p>
<p><strong>Präsident Henry B. Eyring </strong>(April 2008, Generalkonferenz)</p></blockquote>
<p>Die Schlüssel des Priestertums Gottes sind heute wieder auf der Erde und die ewigen Segnungen, die uns dadurch zu Teil werden können, sind für alle Menschen erreichbar. Die Wiederherstellung des Aaronischen und Melchisedekischen Priestertums ist der Grund dafür, dass sich mittlerweile etwa 16 Millionen Menschen in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage haben taufen lassen. Nun kommt es aber jedem Menschen selbst zu, nachzuforschen und durch das Gebet herauszufinden, ob und wo es eine wahre Religionsgemeinschaft auf dieser Erde gibt. In der Bibel finden wir dazu die folgende Ermutigung:</p>
<p>„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan“ (Lukas 11:9, 10).</p>
<p><iframe title="der Abfall vom Glauben und die Wiederherstellung -- Die Bedeutung der Wiederherstellung für mich" width="800" height="450" src="https://www.youtube.com/embed/rXs2_Pjg0W0?wmode=transparent&amp;rel=0&amp;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<hr />
<p><em>Dieser Artikel wurde von Johannes Zimmermann verfasst und am 12. August 2016 veröffentlicht.</em></p>
<p><i>Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche:</i><a href="http://mormon.org/deu" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer"> <i>mormon.org</i></a> <i>und</i><a href="http://lds.org/?lang=deu" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer"> <i>lds.org</i></a><i>.</i></p>
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		<title>Das Priestertum der Mormonen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2016 02:45:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lebende Propheten]]></category>
		<category><![CDATA[Missionsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Das Priestertum in Aktion]]></category>
		<category><![CDATA[HLT-Doktrin und Glaubensansichten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://de.elds.org/wirsindmormonen-de/?p=1092</guid>

					<description><![CDATA[<p>Jesus heilte die Kranken und erweckte selbst Tote auf. Die Macht im Namen Gottes auf Erden zu handeln, wird das Priestertum genannt. Fragen und Antworten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4>Das Priestertum der Mormonen &#8211; wie Mormonen es verwenden und wie sie es erlangen</h4>
<p>Wir haben in diesem Artikel das Priestertum der Mormonen behandelt, um Menschen dabei zu helfen, bestimmte Sachverhalte in Bezug auf Frauen und das Priestertum besser zu verstehen. „Mormonen“ ist ein Spitzname für Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.</p>
<figure id="attachment_5575" aria-describedby="caption-attachment-5575" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-5575" src="https://ldsblogs.com/files/2008/06/mormon-priesthood2.jpg" alt="Das Priestertum für den Dienst am Nächsten: Zwei Priestertumsträger geben einem Kirchenbruder einen Krankensegen." width="300" height="375" /><figcaption id="caption-attachment-5575" class="wp-caption-text">Zwei Priestertumsträger geben einem Kirchenbruder einen Krankensegen.</figcaption></figure>
<p>Das <a href="https://www.lds.org/topics/priesthood?lang=deu" target="_blank" rel="noopener">Priestertum der Mormonen</a> unterscheidet sich beträchtlich vom Priestertum der meisten anderen Religionen. Es ist keine bezahlte Stellung, und es ist auch keine Karrierechance. Nahezu jeder Junge oder Mann, der zwölf Jahre oder älter ist, trägt das Priestertum und erfüllt die dazugehörigen Pflichten, während er sein Privatleben mit Schule, Arbeit, Hobbys, Familienleben usw. weiterführt. Ein Priestertumsträger ist kein Priester, der sich um alle Belange seiner Kirchengemeinde kümmert.</p>
<p>Zu jedem Amt im  Priestertum gehören bestimmte Pflichten, und viele dieser Pflichten hängen  von der Berufung (eine unbezahlte Stellung in der Kirche) ab, die man innehat. Ein Bischof zum Beispiel, das Äquivalent zum Pastor, dient durchschnittlich etwa fünf Jahre in seinem Amt. Das tut er nebenberuflich und unbezahlt. Aus diesem Grund sind Aufgaben wie Gottesdienste abhalten, predigen und beten auf alle Kirchenmitglieder verteilt.</p>
<p>Der zwölfjährige Junge, der sein erstes Amt im Priestertum erhält, ist im Wesentlichen das Pendant zum katholischen Messdiener. Er trägt die Abendmahltabletts mit Brot und Wasser, welche von den Mormonen statt Hostie und Wein für die Kommunion verwendet wird, zu den Mitgliedern der Gemeinde. Er hat auch andere Pflichten und Aufgaben, auch wenn keine den Befugnissen eines Priesters der meisten Religionen gleichkommt. Die Pflichten und die Verantwortung nehmen mit dem Alter und entsprechenden Würdigkeitsvoraussetzungen zu. Die Ämter des Priestertums sind unten aufgelistet, zusammen mit dem Alter, ab welchem sie gewöhnlich übertragen werden. Bekehrt sich ein junger Mann erst später als zum nachgenannten Zeitpunkt zur Kirche oder ist er erst später dazu würdig, das Priestertum zu tragen, so kann er es auch noch empfangen, wenn er älter ist. Über die Links gelangen Sie zu einem Handbuch, dass die Pflichten und Segnungen jedes dieser Ämter erklärt. Die Ämter, die gewöhnlich von Teenagern bekleidet werden, sind Teil des Aaronischen Priestertums. Die von Erwachsenen bekleideten Ämter sind Teil des Melchisedekischen Priestertums.</p>
<blockquote><p><a href="https://www.lds.org/manual/duties-and-blessings-of-the-priesthood-basic-manual-for-priesthood-holders-part-a/history-and-organization-of-the-priesthood/lesson-5-duties-of-the-deacon?lang=deu" target="_blank" rel="noopener">Pflichten eines Diakons</a> (zwölf bis dreizehn Jahre)</p>
<p><a href="https://www.lds.org/manual/duties-and-blessings-of-the-priesthood-basic-manual-for-priesthood-holders-part-a/history-and-organization-of-the-priesthood/lesson-6-duties-of-the-teacher?lang=deu" target="_blank" rel="noopener">Pflichten eines Lehrers</a> (vierzehn bis fünfzehn Jahre &#8211; der Titel bezieht sich nicht auf Lehrkräfte. Für manche Lehrkräfte ist kein Priestertum erforderlich.)</p>
<p><a href="https://www.lds.org/manual/duties-and-blessings-of-the-priesthood-basic-manual-for-priesthood-holders-part-a/history-and-organization-of-the-priesthood/lesson-7-duties-of-the-priest?lang=deu" target="_blank" rel="noopener">Pflichten eines Priesters</a> (sechzehn bis siebzehn Jahre)</p>
<p><a href="https://www.lds.org/manual/duties-and-blessings-of-the-priesthood-basic-manual-for-priesthood-holders-part-a/history-and-organization-of-the-priesthood/lesson-9-duties-of-the-elder-and-the-high-priest?lang=deu" target="_blank" rel="noopener">Älteste und Hohe Priester</a> (Erwachsene)</p></blockquote>
<h2>Die rechtmäßige Ausübung des Priestertums</h2>
<p>Das Priestertum, wie es von den Mormonen praktiziert wird, ist ein Auftrag zum Dienen. Wer das Priestertum trägt, wendet es an, um anderen Menschen zu dienen, nicht um persönliche oder zeitliche Gewinne für sich selbst zu erzielen. Zum Beispiel ist es Aufgabe eines Trägers des Melchisedekischen Priestertums, Kranke durch einen besonderen Priestertumssegen zu heilen. (Mormonen wird aber auch angeraten, traditionelle medizinische Hilfe zu suchen.) Allerdings kann ein Priestertumsträger sich nicht kraft seiner Vollmacht selber heilen. Er braucht mindestens einen, üblicherweise zwei Priestertumsträger, die an ihm die heilige Handlung der Krankensegnung vollziehen. Somit ist er also gegenüber einer Frau nicht im Vorteil, was den Zugang zum Priestertum betrifft. Beide müssen die Segnung von Priestertumsträgern erbitten. Der Priestertumsträger kann diese Vollmacht gebrauchen, um andere damit zu heilen, aber nicht, um sich selber zu heilen.</p>
<figure style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="irc_mi" src="https://www.mormonnewsroom.org/download/home-teachers.jpg" alt="Zwei Heimlehrer bei ihrem monatlichen Besuch bei einer Familie ihrer Gemeinde. Um anderen zu dienen, nutzen Priestertumsträger das Priestertum." width="300" height="200" /><figcaption class="wp-caption-text">Zwei Heimlehrer bei ihrem monatlichen Besuch bei einer Familie ihrer Gemeinde.</figcaption></figure>
<p>Priestertumsträger nutzen ihre Vollmacht in Gottes Namen zu handeln, um jedem zu helfen, der den Dienst benötigt. Das bedeutet, dass eine Person, die keinen Priestertumsträger zu Hause hat, ein Priestertumsträger, der eine Verordnung für sich selbst benötigt oder einer, der eine zweite Person zur Unterstützung braucht, einfach einen Priestertumsträger finden kann, der die Verordnung ausführt. Meistens wenden sie sich an die Heimlehrer. Jeder Familie werden zwei Heimlehrer zugeteilt, und jeder Mann ab vierzehn Jahren dient als Heimlehrer. Diese Heimlehrer besuchen die Familien jeden Monat, um eine kurze geistliche Botschaft zu übermitteln und eine Freundschaft zu der Familie aufzubauen. Sie sind die ersten, zusammen mit den Besuchslehrerinnen, die die gleiche Funktion für Frauen erfüllen, die gerufen werden, wenn die Familie irgendeine Art Dienst einschließlich der Priestertumsverordnungen braucht. Familienmitglieder können auch einen Verwandten, Missionare oder jeden anderen Priestertumsträger auswählen, an den sie sich wenden wollen.</p>
<p>Aus diesem Grund halten es wenige Frauen wirklich für notwendig, das Priestertum selbst zu tragen. Wichtig ist, dass wir Zugang zu den Verordnungen des Priestertums haben, nicht dass wir die Person sind, die es trägt. Wenn es auch für eine Frau frustrierend sein mag, jemanden anrufen zu müssen, um einen Priestertumssegen zu bekommen, müsste sie dies tun, auch wenn sie selbst das Priestertum hätte. Es ist wie immer beim Dienen: Jemand, der etwas zu essen braucht, muss nicht die Person sein, die es gekocht hat, damit sie es essen kann. Er oder sie muss nur auf das Mahl zugreifen können, das der Koch zubereitet hat. Auf die gleiche Art brauchen wir Zugang zum Priestertum, aber wir müssen nicht die Verordnungen ausführen.</p>
<h2>Das Priestertum ist Dienst</h2>
<p>Das Priestertum zu tragen und anzuwenden ist eine heilige Gelegenheit, aber es ist nicht die einzige heilige Gelegenheit, die Gott uns gegeben hat. Es gibt viele solcher Gelegenheiten, und jeder Mensch hat die Fähigkeit, viele verschiedene heilige Dienste auszuüben. Wenn ich einer Möglichkeit zu dienen gegenüberstehe, die ich nicht nutzen kann, sei es wegen Geschlecht, Alter, Standort, Zeit, Talent oder sogar Gesundheit oder Behinderung, denke ich einfach daran, dass es nicht um mich geht. Am Ende zählt, dass das Werk des Herrn getan wird. Jede Aufgabe, die mir der Herr zuweist, wie klein sie auch immer der Welt erscheinen mag, ist von unschätzbarem Wert für Gott und für sein Werk. Ich möchte dort dienen, wohin er mich sendet, und ich muss all meine Energie in die Berufungen stecken, die ich habe, anstatt mich auf Berufungen zu konzentrieren, die mir nicht gegeben wurden.</p>
<p>Eine meiner Lieblingsgeschichten im Buch Mormon handelt von einer Frau namens Abish. Die Geschichte, in der sie vorkommt, wird normalerweise als eine Geschichte über Ammon betrachtet, aber auf viele Arten ist es eigentlich ihre Geschichte, weil der wichtigste Teil davon nicht ohne ihren Mut und ihr Eingreifen geschehen wäre. Ihre Geschichte veranschaulicht meine obige Aussage.</p>
<figure id="attachment_1717" aria-describedby="caption-attachment-1717" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1717" src="https://ldsblogs.com/files/2009/01/queen_and_abish-300x223.jpg" alt="Abish neben der Frau des ohnmächtigen Königs." width="300" height="223" /><figcaption id="caption-attachment-1717" class="wp-caption-text">Abish neben der Frau des ohnmächtigen Königs.</figcaption></figure>
<p>Abish war eine Dienerin im Palast des Königs. Ammon, ein Prophet, hatte sich freiwillig gemeldet, für den König als Pfleger für die Tiere zu arbeiten. Sie war das einzige Mitglied der Kirche und die Umstände zwangen sie, ihr Zeugnis vom Evangelium geheim zu halten. Keiner wusste, dass sie eine Bekehrte war.</p>
<p>Ammon rettete die Schafe des Königs und bekam dadurch endlich die Möglichkeit, seine Evangeliumsbotschaft an den König weiterzugeben. Der Heilige Geist war während dieser Predigt so stark, dass der König ohnmächtig wurde. Alle außer seiner Ehefrau dachten, er sei tot. Sie wandte sich an Ammon, der ihr beistimmte, dass der König nicht tot sei und am nächsten Tag wieder aufstehen werde. Die Königin bekam ein Zeugnis vom Evangelium, und auch sie wurde durch die Macht der Anwesenheit des Heiligen Geistes im Raum ohnmächtig, ebenso wie Ammon selbst.</p>
<p>Abish, die Ammons Glaube teilte, blieb jedoch wach. Sie war Zeugin von Ammons Versprechen geworden und wusste, dass der Moment, in dem der König „ins Leben zurückkehrte“, ein mächtiges Werkzeug zum Missionieren sein könnte. Sie ging mutig ins Königreich und rief die Menschen in den Palast, um es zu bezeugen.</p>
<p>Zuerst lief die Sache nicht sehr gut. Die Menschen, die sich versammelten, dachten, es läge ein Fluch auf dem König und begannen Ammon furchtbar zu beschimpfen. Dies brachte Abish zum Weinen, denn sie dachte, sie habe einen schrecklichen Fehler gemacht. Jedoch kam die Königin wieder zu Bewusstsein, als Abish sie bei der Hand nahm, und sie begann zu Gott zu beten. Sie weckte ihren Ehemann auf, und er begann das Evangelium der Menge zu predigen, die Abish versammelt hatte. Obwohl einige Menschen wütend gingen, blieben andere, und diese Menschen wurden bekehrt und getauft. Abish wurde es endlich erlaubt, ihren Glauben öffentlich zu leben.</p>
<figure style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lds.org/bc/content/shared/content/images/magazines/ensign/2013/10/en13oct42-ammon-before-king-lamoni.jpg" alt="Ammon war der Sohn eines reichen Königs und reiste viele Jahre um in anderen Königreichen zu missionieren. " width="300" height="240" /><figcaption class="wp-caption-text">Ammon war der Sohn eines reichen Königs und reiste viele Jahre um in anderen Königreichen zu missionieren.</figcaption></figure>
<p>In dieser Geschichte war Ammon der Priestertumsträger und der Missionar. Er war es, der ursprünglich zugestimmt hatte, Hirte zu werden. Er war es, der die Schafherden des Königs rettete und die erste Missionarslektion lehrte. Trotzdem war es Abish, die die Bekehrung so vieler Menschen im Königreich möglich machte. In Wahrheit waren es zwei Nachfolger Christi, ein Priestertumsträger und eine Frau des Glaubens, die zusammenarbeiteten und diese erstaunliche Bekehrungsgeschichte möglich machten.</p>
<p>In der Bibel erfahren wir, dass Jesus, als er zum Haus des Jairus ging, um dessen Tochter zu heilen, die für tot gehalten wurde, die Spötter und Zweifler das Haus verlassen hieß. Nur er, einige seiner Apostel und Jairus und dessen Ehefrau waren im Raum, als das Kind geheilt wurde. Der Leitfaden, den Lehrer für kleine Kinder benutzen, erklärt die Geschehnisse auf diese Weise:</p>
<p>„Warum war Jesus in der Lage Jairus’ Tochter zu heilen? (Er hatte das Priestertum; die Eltern des Mädchens hatten Glauben)“ (PV-Leitfaden 2: Wähle das Rechte, Lektion 16)</p>
<p>Diese Bemerkung weckte dieses Jahr meine Aufmerksamkeit, als ich die Lektion lehrte. Im Unterricht ließ ich die Kinder eine Hand hochhalten und sagen „Jesus hatte das Priestertum.“ Sie hielten die andere Hand hoch und sagten „Die Eltern hatten Glauben.” Dann brachten sie beide Hände gemeinsam nach oben und sagten, „Jairus’ Tochter stand auf.“ (Ich ließ sie aufstehen. Ich erklärte, dass das Priestertum von Jesus und der Glaube der Eltern zusammenarbeiteten und so das Kind retteten.</p>
<figure style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="irc_mi" src="https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/736x/b5/59/de/b559deb8a9289c4578e6d824fcbe0230.jpg" alt="Jesus und die Tochter des Jairus. Durch das Priestertum und seine Macht erweckte Jesus sie von den Toten." width="300" height="212" /><figcaption class="wp-caption-text">Jesus und die Tochter des Jairus.</figcaption></figure>
<p>Diese Geschichte veranschaulicht, wie einflussreich die Verbindung eines Mannes mit dem ihm übertragenen Priestertum ist.  Eine Mutter, die ihren Ehemann und einen anderen Priestertumsträger dabei beobachtet, wie sie einen Krankensegen geben, kann stolz darauf sein, dass ihr Mann die Verpflichtung eingegangen ist, eine so wichtige Verordnung würdig auszuführen. Zur gleichen Zeit ist sie nicht nur passive Zuschauerin. Ihre Aufgabe ist es, ihren Glauben und ihre Gebete in diesem Moment einzubringen, genau wie es die Eltern von Jairus’ Tochter taten. Sie hatten das Priestertum vielleicht nicht, aber ihr Glaube war ein wichtiger Beitrag zur Heilung ihrer Tochter. Sogar Jesus verließ sich auf diesen Glauben, um die Verordnung zu vollenden. Wieviel mehr verlässt sich ein Mormone auf den Glauben seiner Ehefrau oder einer anderen Person, die der Verordnung beiwohnt?</p>
<p>Alle Mormonen haben Zugang zum Priestertum. Tatsächlich haben sogar Menschen, die keine Mormonen sind, Zugang zu einigen dieser Verordnungen. Zwar ist die Fähigkeit das Priestertum zu tragen eine wertvolle und heilige Möglichkeit, Gott zu dienen, doch ist jede Möglichkeit Gott zu dienen wertvoll und heilig. Mein Ziel ist es, mehr an Gott zu denken und weniger an mich selbst. Es macht nichts aus, wo ich diene. Nur, dass ich es tue.</p>
<p><iframe title="Kapitel 24: Jesus erweckt die Tochter des Jaïrus vom Tod" width="800" height="450" src="https://www.youtube.com/embed/LgYiu_UFjJo?wmode=transparent&amp;rel=0&amp;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<hr />
<p><em>Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt von Tanja Kraft. Er erschien im Original auf <a href="http://ldsblogs.com/23913/mormon-priesthood-mormons-use-access" rel="nofollow">ldsblogs.com</a>.</em></p>
<p><em>Wenn Sie weitere Informationen über Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erhalten wollen, besuchen Sie einfach die offiziellen Webseiten der Kirche: <a href="http://mormon.org/deu" rel="nofollow">mormon.org</a> und <a href="http://lds.org/?lang=deu" rel="nofollow">lds.org</a>.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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