Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (oft fälschlicherweise „Mormonen“ genannt) befolgen eine ganze Menge an Regeln. Wahrscheinlich deutlich mehr als die Anhänger anderer Glaubensgemeinschaften.

Hier findest du eine Liste der wichtigsten Regeln, an die sich „Mormonen“ halten sollen:

1.     Kaffee, Tee, Tabak und Drogen sind verboten (das Wort der Weisheit)

Das „Wort der Weisheit“ ist das Gesundheitsgesetz Gottes für die Mitglieder seiner Kirche. Es wurde dem Propheten Joseph Smith am 27. Februar 1833 offenbart.

Darin werden ein paar klare Verbote ausgesprochen: Kaffee, schwarzer und grüner Tee, Tabak und Drogen aller Art sind tabu.

Darüber hinaus werden die Heiligen der Letzten Tage dazu eingeladen, sich pflanzlich zu ernähren. Fleisch soll sparsam und nur in Zeiten der Not verzehrt werden. Hierbei handelt es sich jedoch um kein Gebot. Jedes Mitglied kann sich frei entscheiden, ob es dieser Einladung Gottes folgen möchte, oder nicht.

Eine Vielzahl von Gemüsesorten liegt auf einem Tisch.

Im Gegenzug verspricht Gott denjenigen, die das Wort der Weisheit halten, Gesundheit, Weisheit und „große Schätze der Erkenntnis“ (Lehre und Bündnisse 89: 18-21).

Das Unglaubliche daran:

Die Wissenschaft hat erst knapp 150 Jahre nachdem das Wort der Weisheit offenbart wurde herausgefunden, dass die darin verbotenen Substanzen für den Menschen schädlich sind.

Oder anders ausgedrückt: Joseph Smith war seiner Zeit weit voraus.

Woher hätte er wissen können, dass Rauchen und übermäßiger Fleischkonsum für den Menschen schädlich sind? 

Auch die ökologischen und klimatischen Katastrophen, denen sich die Menschheit nun infolge der industriellen Massentierhaltung gegenübersieht, hätten durch die globale Einhaltung dieser Regel verhindert werden können.

Ziemlich cool.

2.     Kein Sex vor der Ehe (Gesetz der Keuschheit)

Es scheint etwas aus der Zeit gefallen: Das Gesetz der Keuschheit.

Keine sexuellen Beziehungen vor der Ehe und völlige Treue zum Partner in der Ehe. Für viele Jahrhunderte war Keuschheit die moralische Norm. Mittlerweile ist sie die Ausnahme.

Auf diesem Bild ist ein junges Paar zu sehen, welches gerade geheiratet hat und sich aneinanderschmiegt.

Mitglieder der Kirche Jesu Christi sollen keusch leben. Dazu gehört nicht nur der Verzicht auf vorehelichen Geschlechtsverkehr. Auch Petting und Selbstbefriedigung sollten unterlassen werden.

Warum?

Neben ganz praktischen Gründen wie dem Schutz vor gefährlichen Krankheiten kann sexuelle Reinheit die Liebe zwischen Partnern verstärken. Man wird mit höherer Selbstbeherrschung und Selbstachtung gesegnet.

Gleichzeitig wird durch das Gesetz der Keuschheit einer größeren Zahl von Gottes Geistkindern ermöglicht, in eine intakte Familie geboren zu werden, in der sich sowohl ein Vater als auch eine Mutter liebevoll um ihre Kinder kümmern.

3.     10 Prozent des Einkommens wird der Kirche gespendet (Gesetz des Zehnten)

Das Entrichten des Zehnten ist ein uraltes Gesetz. Bereits Abraham gab dem Hohepriester Melchizedek den Zehnten von allem, was er besaß (Genesis 14:18-20).

Das gespendete Geld wird von der Kirche für den Bau von Gemeindehäusern und Tempeln, aber auch für die Missionsarbeit, zahlreiche Dienstleistungen und humanitäre Hilfe verwendet.

Kurz gesagt: Es dient dem Aufbau des Reiches Gottes auf Erden.

Wohlfahrtsprogramm der HLT Kirche
Die “Mormon Helping Hands” leisten humanitäre Hilfe auf der ganzen Welt.

Der Verzicht auf so viel Geld verlangt von den Mitgliedern einen starken Glauben. Er wird aber auch reichlich belohnt:

„Bringt den ganzen Zehnten ins Vorratshaus, damit in meinem Haus Nahrung vorhanden ist! Ja, stellt mich auf die Probe damit, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne und Segen im Übermaß auf euch herabschütte.“ (Maleachi 3:10)

Viele Heilige der Letzten Tage sprechen vom Zehnten nicht als Last, sondern als Segen. 

4.     Den Sabbat heilighalten

Was ist der Sabbat?

Das Wort „Sabbat“ kommt von einem hebräischen Wort und bedeutet „Ruhe“.

Der Sabbat erinnert an den siebten Tag der Schöpfung, an dem Gott von seinem Werk ruhte. Der Sabbat ist jeder siebte Tag (typischerweise: Sonntag). Er ist heilig und wurde von Gott für uns eingerichtet, damit wir von unserer täglichen Arbeit ruhen und ihn anbeten können (Markus 2:27).

Zur Sabbatheiligung gehört für Heilige der Letzten Tage aber mehr als nur der sonntägliche Gang in die Kirche.

Wichtig ist, dass sich der Sabbat von den anderen Wochentagen unterscheidet. Die alltäglichen Arbeiten sollen ruhen; die Beziehung zu Gott gestärkt werden.

Dabei bleibt die genaue Ausgestaltung jedem Mitglied selbst überlassen.

Viele Heilige der Letzten Tage gehen am Sonntag nicht einkaufen. Sie trainieren häufig nicht für ihren Sport. Das Staubsaugen und Waschen der Wäsche findet unterhalb der Woche statt.

So bleibt Zeit für die Familie und für Gott.

5.     „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben“

Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sind Christen.

Das heißt: Sie verehren einen Gott.

Sie glauben an Gott Vater, seinen Sohn Jesus Christus und an den Heiligen Geist.

Aber anders als andere christliche Glaubensgemeinschaften glauben Heilige der Letzten Tage nicht an die Trinität.

Die Trinitätslehre (auch Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit) besagt, dass Gott Vater, Jesus Christus und der Heilige Geist drei Manifestationen eines Gottes sind. 

Die Kirche Jesu Christi hingegen lehrt, dass es sich um drei eigenständige und voneinander getrennte Personen handelt. In ihrer Absicht und Lehre sind sie jedoch völlig eins. Zusammen bilden sie die Gottheit.

Gott Vater ist unser Schöpfer. Er ist der Vater unseres Geistes. Wir sind seine Kinder. Er ist unser Gott. Heilige der Letzten Tage beten nur zu ihm. 

Jesus Christus ist der Erstgeborene Gottes im Geist und der Einziggezeugte im Fleisch. Er ist buchstäblich der Sohn Gottes. Er ist unser Erlöser und Fürsprecher beim Vater. Nur durch sein Sühnopfer ist es uns möglich, Sünde und Tod zu überwinden. 

Ein Bild von Jesus Christus, der den Betrachter ansieht.

Der Heilige Geist ist das dritte Mitglied der Gottheit. Er gibt Zeugnis vom Vater und vom Sohn. Er bezeugt und offenbart Wahrheit. Gott kommuniziert mit seinen Kindern durch den Heiligen Geist. 

Wie die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zur Lehre der Dreieinigkeit steht, findest du hier ausführlich erklärt.

6.     Kein Götzendienst

Oder anders ausgedrückt: Gott soll an erster Stelle stehen.

Die 10 Gebote gelten natürlich auch für Mitglieder der Kirche Jesu Christi.

Das zweite davon lautet: „Du sollst dir kein Kultbild machen und keine Gestalt von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und ihnen nicht dienen.“ (Deuteronomium 5:8-9)

Dieses Gebot bedeutet für Heilige der Letzten Tage nicht nur, dass außer Gott nichts und niemand angebetet werden darf. Es räumt ihm vielmehr eine Priorität in ihrem Leben ein.

Wie vor tausenden von Jahren können auch heute Gegenstände zu Götzen werden – sei es das Handy, die Kleidung oder das Auto.

Eine junge Frau starrt auf ihr Handy

Aber auch (gute) Tätigkeiten: Sport, Musik und Kunst können einen solch hohen Stellenwert in unserem Leben einnehmen, dass sie Gott daraus verdrängen.

Kein Objekt und keine Tätigkeit soll für uns wichtiger sein als Gott.

7.     Gotteslästerung und Schimpfwörter vermeiden

Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bemühen sich um eine saubere Sprache.

Dazu gehört einerseits, dass der Name Gottes nur in angemessenen Kontexten und mit Ehrfurcht benutzt wird.

Beispiel: „Mein Gott!“ oder „Herr im Himmel!“ als Ausdruck von Wut und Ärgernis werden vermieden.

Und andererseits verzichten sie – so gut sie können – auf Schimpfwörter jeder Art.

Die christliche Nächstenliebe soll nicht nur in ihren Handlungen, sondern auch in ihrer Sprache zum Ausdruck kommen.

8.     Vater und Mutter ehren

Dieses Gebot stammt aus alter Zeit. Es ist aber immer noch gültig.

Die Familie steht im Zentrum von Gottes großem Plan für seine Kinder. Sie soll ein Ort des Lernens, der Zuflucht und der Freude sein.

In einer idealen Welt sollten Kinder ihrem Vater und ihrer Mutter immer gehorsam sein.

Aber wir leben nicht in einer idealen Welt.

Unsere Eltern machen Fehler. Viele Kinder wachsen in zerrütteten Familienverhältnissen auf. Manchmal fehlt schlichtweg ein Vater oder eine Mutter, die man ehren könnte.

Wie soll dieses Gebot befolgt werden?

Die Antworten auf diese Frage sind so verschieden wie die Menschen, die sie stellen.

„Ehren“ ist nicht gleichbedeutend mit „gehorchen“.

Gehorsam kann falsch sein, wenn er dich von Gott entfernen würde.

Ein Beispiel: Wenn deine Eltern dich auffordern, an ihrem Geburtstag Alkohol zu trinken, wäre es falsch, ihnen zu gehorchen.

Wie du deine Eltern ehren kannst, musst du selbst herausfinden. Vielleicht bedeutet es, dass du sie im Alter pflegst, ihnen Gesellschaft leistest oder einfach nur für sie betest.

Heilige der Letzten Tage kümmern sich jedoch nicht nur um ihre lebenden Angehörigen.

Zu sehen ist eine alte schwarz-Weiß-Aufnahme zweier Frauen aus dem 19. Jahrhundert.

Sie betreiben auch fleißig Genealogie. Oder anders ausgedrückt: Sie forschen nach ihren (verstorbenen) Ahnen.

Wieso tun sie das?

Nachdem ein Vorfahre gefunden wurde, der das Evangelium zeitlebens nicht angenommen hat, kann ein Mitglied ihm im Nachhinein dabei helfen.

Wie?

Das Mitglied kann die errettenden heiligen Handlungen (Taufe, Konfirmation, etc.) im Tempel stellvertretend für den Verstorbenen empfangen. Dieser kann sich dann frei entscheiden, ob er sie annimmt, oder nicht.

Nur durch diese heiligen Handlungen kann ein Mensch in der Gegenwart Gottes wohnen.

Durch ihren Dienst im Tempel ehren Heilige der Letzten Tage ihre Vorfahren und helfen ihnen dabei, Gott und Jesus Christus näher zu kommen.

9.     „Du sollst nicht töten“

Ein Mord ist die schlimmste Sünde, die ein Mensch begehen kann. Heilige der Letzten Tage verabscheuen Gewalt. Das menschliche Leben ist ihnen heilig.

Jesus wies in seiner Bergpredigt darauf hin, dass jegliche Form von Gewalt (physisch und verbal) eine Sünde ist (Matthäus 5:21-22). Deswegen bemühen sich Mitglieder der Kirche Jesu Christi Friedensstifter zu sein.

Der Militär- oder Polizeidienst wird durch dieses Gebot nicht ausgeschlossen. Und auch das Recht, sich selbst und seine Familie im Notfall zu verteidigen, bleibt bestehen.

10.  Keinen Ehebruch begehen

Dieses Gebot ist bereits im Gesetz der Keuschheit inbegriffen.

Aber nochmal: Heilige der Letzten Tage sind ihrem Ehepartner zu völliger Treue verpflichtet.

Dazu gehört nicht nur keusches Handeln. Auch unsere Sprache und Gedanken sollen rein sein (vgl. Matthäus 5:27-28).

11.  Keine Lügen und Falschaussagen tätigen

Völlige Ehrlichkeit ist eine notwendige Bedingung für die Erlösung.

Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wollen Christus nachfolgen und Gott ähnlicher werden.

Von Gott wissen wir: „[D]u bist ein Gott der Wahrheit und kannst nicht lügen“ (Ether 3:12).

Das ist auch unser Ziel.

Ein Gemälde von Gott Vater und seinem Sohn Jesus Christus.

Heilige der Letzten Tage sollen in Wort und Tat ehrlich sein. Sie sollen nicht lügen, betrügen oder stehlen.

12.  „Du sollst nicht stehlen“

Ziemlich selbsterklärend. Es gehört zum Gebot der Ehrlichkeit dazu.

13.  Neid vermeiden

Neid zerfrisst die Seele. Er macht unglücklich.

Neid macht es schwerer Nächstenliebe zu entwickeln und erhöht die Gefahr, andere Gebote zu brechen.

Neid kann zu Diebstahl, Ehebruch und sogar zu Mord führen. Er ist nicht selten das Resultat von „modernem Götzendienst“.

Anders formuliert: Wenn materieller Besitz (Autos, Häuser, etc.) zur Priorität in unserem Leben werden und Gott verdrängen, ist Neid häufig die Folge.

Neid ist eine Wurzel von Sünde und sollte daher vermieden werden.

Heilige der Letzten Tage bemühen sich, mit ihren Umständen und dem, was sie haben, zufrieden zu sein.

14.  Einmal im Monat für ungefähr 24 Stunden auf Essen und Trinken verzichten (Fasten)

Genauer gesagt: Heilige der Letzten Tage halten an einem Sonntag im Monat einen Fasttag. Dabei werden zwei aufeinanderfolgende Mahlzeiten ausgelassen.

Beispiel: Wenn das Fasten nach dem Abendessen am Samstag startet, wird bis zum Abendessen am Sonntag weder gegessen noch getrunken.

Ausnahme: Menschen, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht so lange fasten können. Diese Menschen können – abhängig von ihren Umständen – die Zeit des Fastens verkürzen oder anstatt auf Essen und Trinken auf etwas anderes verzichten.

Ziel: Fasten ist mehr als nur der Verzicht auf Nahrung. Es geht nicht darum zu hungern oder sich selbst zu quälen. Richtiges Fasten dient immer einem Zweck.

Welchem? Das ist ganz individuell.

Wir können fasten, um Gott näher zu kommen. Wir können für uns selbst oder andere fasten; für Erkenntnis oder Hilfe, für Gesundheit oder für Trost.

Kurz gesagt: Man kann für alles fasten.

Das Gebet ist dabei ein notwendiger Teil. Beten und Fasten gehen Hand in Hand.

Durch das Fasten können wir Glauben zeigen, unseren Geist stärken und unseren Gebeten mehr Kraft verleihen.

Das Geld, das Mitglieder der Kirche Jesu Christi durch den Verzicht auf die zwei Mahlzeiten einsparen, spenden sie in Form des Fastopfers an die Gemeinde. Der Bischof verteilt dieses Geld dann in Rücksprache mit dem Herrn an die Bedürftigen.

Zu sehen ist eine Bettlerin, die auf der Straße sitzt.

Das Fasten ist weniger eine lästige Pflicht als ein Hilfsmittel, um Gottes Segen in unser Leben zu bringen. Die Teilnahme am monatlichen Fasten ist freiwillig.

15.  Ein Ehrenamt in der Kirche übernehmen (Berufung)

Hierbei handelt es sich um kein Gebot im eigentlichen Sinne.

Das örtliche „Führungspersonal“ der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Bischof, Priester, etc.) wird nicht bezahlt. Es erfüllt ihre Ämter (Berufungen) freiwillig, ehrenamtlich und unentgeltlich.

Dementsprechend könnten die Gemeinden ohne die bereitwillige Mitarbeit ihrer Mitglieder nicht existieren.

Fast jedes Mitglied übernimmt eine Rolle im komplexen Gemeindeleben. Die einen sind das Haupt, andere die Hände, wieder andere die Füße (1. Korinther 12:12-30). Jeder ist wichtig.

Berufungen werden infolge göttlicher Inspiration ausgesprochen und sind zeitlich begrenzt. So kommt es zu einem kontinuierlichen Wechsel in der Gemeindestruktur und für die Mitglieder zu immer neuen Gelegenheiten zu lernen.

16.  Missionsdienst

Im Internet kursieren viele falsche Informationen zu diesem Thema.

Falsch ist: Jedes Mitglied muss für zwei Jahre auf eine Vollzeitmission in einem fremden Land. Das stimmt nicht.

Richtig ist: Jeder junge Mann, der körperlich und geistig dazu in der Lage ist, hat die Pflicht, im Dialog mit Gott zu entscheiden, ob er eine Vollzeitmission erfüllen wird. 

Zu sehen sind zwei Missionare der Kirche Jesu Christi. Sie begrüßen freundlich einen Mann.
Die Missionare der Kirche Jesu Christi sind an Kleidung und Namensschildern gut zu erkennen.

Diese Männer müssen nicht auf Mission gehen. Niemand in der Kirche zwingt sie dazu. Aber insofern Gott ihnen nicht das Gegenteil mitteilt, ist es ihre Pflicht, ihm für zwei Jahre in dieser besonderen Weise zu dienen.

Deswegen gibt es so viele “Elders”, die das Evangelium für zwei Jahre verkünden. Oft in anderen Länden – je nachdem, wohin sie entsandt werden.

Die meisten von ihnen erfüllen ihre Mission im Alter von 18 bis 20 Jahren.

Junge Frauen können sich – wieder in Absprache mit Gott – dazu entscheiden, eine Vollzeitmission zu erfüllen. Sie stehen jedoch nicht in der Pflicht.

Zwei weibliche Missionarinnen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Junge Männer und Frauen, die (aus welchen Gründen auch immer) keine Verkündigungsmission antreten können, dem Herrn aber dennoch dienen wollen, haben die Möglichkeit, eine Service-Mission zu erfüllen.

Ihren Auftrag beschreiben Service-Missionare wie folgt:

“Unser Auftrag besteht darin, anderen zu helfen, zu Christus zu kommen, indem wir ihnen so dienen, wie es der Erretter tun würde. Wir übernehmen ehrenamtlich Aufgaben in karitativen Einrichtungen, in der Kirche und im Gemeinwesen. Im Namen des Herrn dienen wir dem Einzelnen genau so, wie er es tat – liebevoll und gütig.”

Aber nicht nur junge Mitglieder können einen Missionsdienst leisten: Zusätzlich zu den jungen Missionaren, gibt es auch Missionarsehepaare. 

Ihre primäre Aufgabe ist es nicht, an Türen zu klopfen oder Leute in der Fußgängerzone anzusprechen. Sie stehen den zum Teil noch sehr jungen Missionaren mit Rat und Tat zur Seite, kümmern sich um ihr Wohl und übernehmen administrative Aufgaben. Diese Ehepaare erfüllen ihren Dienst aus zeitlichen Gründen meist erst nach ihrem Renteneintritt.

Gleichzeitig ist jedes Mitglied ein Missionar – oder sollte es sein. Dafür müssen sie nicht extra auf Mission gehen. 

Nach seiner Auferstehung forderte Jesus seine Jünger auf: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ (Markus 16:15)

Diesen Auftrag versuchen Heilige der Letzten Tage zu erfüllen – ob auf Vollzeitmission oder im Alltag.

Nicht, um anderen auf die Nerven zu gehen – sondern um die Freude zu teilen, die sie in ihrem Leben gefunden haben.

Viele Mitglieder der Kirche Jesu Christi folgen treu dem Motto:

„Predige das Evangelium jeder Zeit, und wenn nötig, mit Worten“

Franz von Assisi

Das waren die 16 wichtigsten Regeln für Heilige der Letzten Tage.

Sie gelten sowohl für Männer, als auch für Frauen innerhalb der Kirche Jesu Christi.

Die Regeln in dieser Liste sind nicht nach ihrer Wichtigkeit sortiert!

Und wahrscheinlich könnte man noch weitere hinzufügen: Natürlich soll jeder Heilige der Letzten Tage seinen Nächsten lieben, ihm dienen und den Tempel regelmäßig besuchen.

Als Nachfolger Jesu Christi gibt es unzählige Dinge zu beachten. Man ist ständig und in jedem Aspekt des Lebens um Fortschritt bemüht.

Joseph Smith hat das Streben der Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage treffend zusammengefasst:

„Wir glauben, dass es recht ist, ehrlich, treu, keusch, gütig und tugendhaft zu sein und allen Menschen Gutes zu tun; ja, wir können sagen, dass wir der Ermahnung des Paulus folgen – wir glauben alles, wir hoffen alles, wir haben viel ertragen und hoffen, alles ertragen zu können. Wenn es etwas Tugendhaftes oder Liebenswertes gibt, wenn etwas guten Klang hat oder lobenswert ist, so trachten wir danach.“

13. Glaubensartikel
Ein Portrait des Propheten Joseph Smith.
Joseph Smith

Gottes Gebote machen frei

Ich weiß: Die schiere Menge an Regeln und Geboten schüchtert ein. Sie wirkt beengend.

Doch so schwer es auch zu glauben ist – die Gebote Gottes schränken nicht ein. Sie helfen dabei, unsere Freiheit zu schützen.

Wie?

Manche Gebote dienen explizit dazu, uns vor einer Sucht zu bewahren (z.B. das Wort der Weisheit). Bei einer Sucht ist unsere Freiheit eingeschränkt, weil wir nicht anders können, als eine bestimmte Sache zu konsumieren oder zu tun.

Aber alle Gebote schützen uns vor Sünde. Sünde hat zur Folge, dass wir nicht in die Gegenwart Gottes zurückkehren können. Sie führt dazu, dass uns spätestens nach dem Tod bestimmte Handlungsoptionen unzugänglich werden.

Anders ausgedrückt: Weil nichts Unreines in Gottes Gegenwart leben kann, nimmt Sünde uns die Option, in seinem Reich zu leben und dort auf ewig Fortschritt zu machen.

Es lohnt sich also Gottes Gebote zu halten.

Ein Gemälde, das Gottes Geistkinder um seinen Thron stehend zeigt.

Und trotzdem muss und kann sich jeder (auch jedes Mitglied der Kirche Jesu Christi) frei entscheiden, ob und welche Gebote er oder sie befolgen möchte. Wir müssen unsere persönliche Entscheidung irgendwann vor Gott verantworten.

Du wirst viele Heilige der Letzten Tage finden, die nicht jede dieser Regeln perfekt befolgen. Manche wollen nicht. Andere wollen, aber können nicht – noch nicht. Wir alle müssen diesem langen Weg folgen: Versuchen – Scheitern – Umkehren. Bis wir unser Ziel irgendwann erreichen.

Hast du eine Frage zu den Regeln der „Mormonen“? Dann drück jetzt auf „Chat“ und stell sie mir persönlich. Ich freue mich!

Über den Autor:

Urs Wrenger ist ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Er machte seinen Abschluss in Philosophie und Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum. Er versucht, die Philosophie als konstruktive Disziplin in der Gesellschaft zu reetablieren und auch für religiöse Themen produktiv zu machen. Wenn Urs nicht gerade liest, geht er wandern, fährt Fahrrad oder genießt Rock ‘n’ Roll aus den 60er- bis 90er-Jahren.

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Dieser Artikel über die wichtigsten Regeln für Heilige der Letzten Tage wurde von Urs Wrenger verfasst und am 02.03.2022 auf treuimglauben.de veröffentlicht.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: kommzuchristus.org und kirche-jesu-christi.org.